Mi, 15. August 2018

Kresta

27.07.2016 17:18

Pleite wird zum Wirtschaftskrimi

Er war Unternehmer des Jahres und wurde mit zahlreichen Ehrungen überschüttet: Franz Kreuzer, Chef des Lavanttaler Anlagenbauers Kresta, der nun mit 137 Millionen Euro Passiva verzweifelt auf Investorensuche ist. Ob das Unternehmen noch zu retten ist, könnte sich heute bei einer ersten Krisensitzung entscheiden.

Heute Vormittag findet die erste Sitzung des Gläubigerausschusses mit Masseverwalter Gerhard Brandl statt, bei der erst festgestellt werden muss, ob Kresta noch eine Zukunft hat.

Die Lage schaut verheerend aus: Der Anlagenbauer hat laut eigenen Angaben mit zwei Projekten in Südamerika Schiffbruch erlitten - ausgerechnet die steirische High-Tech-Firma Andritz ist da bei einem Schiedsgerichtsverfahren in Paris der Gegner. Ob der Streit um ein 38-Millionen-Honorar der einzige Grund für die Pleite ist, ist unklar. Franz Kreuzer ist auf Tauchstation. Vornehmer drückt es sein eigens engagierter Krisensprecher Martin Zechner aus: "Er konzentriert sich auf die Suche nach einem Investor, um seine Firma zu retten und möchte erst etwas sagen, wenn es Neues gibt."

Ob das eine Erfolgsmeldung wird, bezweifelt etwa Kreditschützer Arno Ruckhofer: "Die Liquidität der Firma ist nahe null. Wir werden uns die letzten Geschäftsberichte genau anschauen - wann Kresta um die prekäre Lage hätte wissen müssen."

Denn Geschäftspartner Andritz gab bereits 2014 wegen verpatzter Südamerika-Projekte eine Warnung heraus; die Aktie verlor massiv. Die Kresta-Führung soll heuer im Frühling begriffen haben, dass das Aus droht. Dafür bezahlen die 237 Mitarbeiter, die derzeit noch weiter arbeiten.

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