Do, 27. Juni 2019
17.01.2016 11:04

Grausame Offensive

IS entführte mehr als 400 Zivilisten in Syrien

Der Islamische Staat hat in Syrien offenbar auf einen Schlag mehr als 400 Zivilisten entführt. Die Dschihadisten sollen ihre Opfer aus der ostsyrischen Stadt Deir ez-Zor verschleppt haben.

Unter den Entführten seien auch Frauen und Kinder bzw. Familien von Kämpfern, die aufseiten der syrischen Regierung stünden, erklärte der Leiter der in Großbritannien ansässigen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Sie seien aus dem Vorort Al-Baghaliyeh und umliegenden Gebieten entführt und in vom IS kontrollierte Gebiete gebracht worden.

Deir ez-Zor liegt rund 450 Kilometer nordöstlich der syrischen Hauptstadt Damaskus. Am Samstag hatte die Beobachtungsstelle mitgeteilt, der IS sei in den Norden von Deir ez-Zor vorgerückt und habe den Vorort Al-Baghaliyeh eingenommen - alleine bei dieser Schlacht habe es rund 300 Tote gegeben. Damit kontrolliere der IS nunmehr 60 Prozent des Großraums Deir ez-Zor.

Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete ihrerseits, die Regierungstruppen hätten einen IS-Angriff auf Al-Baghaliyeh abgewehrt. Dabei habe der IS "hohe Verluste" erlitten.

Die Beobachtungsstelle beruft sich auf ein dichtes Netz von Aktivisten in Syrien. Ihre Angaben können wegen der unübersichtlichen Lage in dem Konfliktgebiet von unabhängiger Seite nur schwer überprüft werden.

IS will Zivilisten aushungern
Nach Berichten über schlechte Zustände in dem Gebiet hatte ein russisches Transportflugzeug zuletzt 22 Tonnen Lebensmittel und Medizin über Deir ez-Zor abgeworfen. Bürgerrechtlern zufolge sind dort mindestens 250.000 Menschen eingeschlossen, der IS verhindert demnach, dass Nahrung und Arzneien auf dem Landweg in die Stadt gebracht werden können.

Den Menschenrechtlern zufolge tötete der Islamische Staat in Syrien in den vergangenen eineinhalb Jahren mehr als 3.700 Zivilisten und über 1.000 Regimekämpfer.

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