Mi, 22. Mai 2019
16.01.2016 09:55

Nach Wahldebakel

Oberösterreichischer SPÖ-Chef tritt zurück

Das seit Wochen schwelende Donnerwetter in der Landes-SPÖ hat sich gestern, Freitag, entladen: Parteichef Reinhold Entholzer setzte im Alleingang die Landesgeschäftsführung ab, weshalb der Linzer Bürgermeister Klaus Luger als sein Stellvertreter zurücktrat. Der Druck auf den Parteichef wurde immer größer - in der Nacht auf heute, Samstag, warf er das Handtuch!

Das Chaos ist perfekt: Die "Krone" berichtete in ihrer Freitag-Ausgabe, dass SPÖ-Chef Reinhold Entholzer seine Landesgeschäftsführer Peter Binder und Roland Schwandner entlässt und eine Frau zur Parteimanagerin macht: Sabine Schatz, die aus dem linken Flügel der SPÖ kommt. Abgesprochen hat Entholzer allerdings diese Personalie nur mit sich selbst - was Parteichef-Stellvertreter Klaus Luger zur Weißglut brachte. Der Linzer Bürgermeister legte alle Funktionen in der Landes-SPÖ zurück, er wolle sich nicht mehr in die Belange der Landespartei einmischen. Luger: "Ich finde  diese Entscheidung politisch sehr kurzsichtig, übereilt getroffen und im Hinblick auf die politischen Entwicklungen unangemessen."

Druck auf Parteichef wurde immer größer
Entholzer erfuhr am Nachmittag per Mail von Lugers Rücktritt, was den Druck auf ihn massiv erhöhte. Auch, weil ihm im selben Atemzug Minister Alois Stöger das Vertrauen entzog und ihm wegen der Entscheidung, die Landesgeschäftsführung im Alleingang umzubauen, seine Unterstützung versagte. Dazu kommt, dass auch Arbeiterkammer-Chef Johann Kalliauer als Partei-Vize ging - die "Krone" berichtete.

Um 23.10 Uhr trat Entholzer in Linz zurück
Am Abend wurde das Partei-Präsidium zusammengetrommelt, nach langen Debatten fiel dann die Entscheidung, die sich schon am Nachmittag abgezeichnet hatte: Entholzer trat als Parteichef zurück! Denn dass es in der Landes-SPÖ so nicht mehr weitergehen kann, war klar. Und das musste letztlich auch der glücklose Parteichef einsehen. Die "Krone" erfuhr in der Nacht auf Samstag, dass Arbeiterkammer-Präsident Johann Kalliauer die Partei jetzt aus der Krise führen soll. Er soll so lange im Amt bleiben, bis ein Nachfolger gefunden wird. Beim heutigen Parteitag in Linz sollen die formalen Beschlüsse dazu fallen.

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