Trotz Unruhen

Macron weilt mehrere Tage in den Golfstaaten

Außenpolitik
20.10.2026 10:40
Porträt von krone.at
Von krone.at

Trotz der Unruhen in Frankreich ist Präsident Emmanuel Macron am Montag zu einem geplanten Besuch in mehrere Golfstaaten aufgebrochen. Er wolle unter anderem Vereinbarungen über Lieferungen von Diesel und Öl treffen, sagte Macron. Sorge über die gestiegenen Kraftstoffpreise seien auch von den Demonstrierenden zum Ausdruck gebracht worden.

Macron wurde am Montag in Kuwait von Emir Meshal al-Ahmed Al-Jaber Al-Sabah empfangen. Weitere Stopps der mehrtägigen Reise sind die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Katar. Es gehe unter anderem darum, die „wirtschaftlichen und verteidigungspolitischen Partnerschaften“ zu stärken, teilte die französische Präsidentschaft mit. Macron wird unter anderem von Führungskräften der beiden größten französischen Energiekonzerne TotalEnergies und Engie begleitet.

Die Auslandsreise zum jetzigen Zeitpunkt könnte laut dem französischen Verfassungsexperten Benjamin Morel einerseits „den Eindruck von Normalität vermitteln“. Sie könne aber auch „weltfremd wirken und eine Art Machtvakuum nahelegen“, sagte er.

Konzertbesuch sorgt für Spott
Zuvor hatte Macron bereits mit einem Konzertbesuch für Kritik gesorgt. Er war am Freitagabend gemeinsam mit seiner Ehefrau Brigitte bei einem Auftritt der Sängerin Céline Dion – nur wenige Stunden vor dem Ausbruch der Gewalt bei den Protesten. Aufnahmen, auf denen vor allem Brigitte Macron mitsingt und tanzt, gingen viral. „Prioritäten“, merkten Nutzerinnen und Nutzer auf Social Media etwa an und warfen Macron vor, völlig realitätsfern zu sein. 

Angesichts der Situation wird in dem Lager des Präsidenten über einen vorzeitigen Rücktritt spekuliert. Macron hat aber bereits angekündigt, im Amt zu bleiben. Er hat noch sechs Monate vor sich, bei der kommenden Präsidentschaftswahl darf er nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.

Hier sehen Sie eine Aufnahme der Macrons, die viral ging:

Wie berichtet, waren am Wochenende landesweite Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten von schweren Ausschreitungen und Plünderungen begleitet worden. Demonstrantinnen und Demonstranten lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei, setzten Fahrzeuge und Gebäude in Brand. Verletzte und Festnahmen waren die Folge. Premierminister Sébastien Lecornu hat örtliche Ausgangssperren verhängt und am Dienstag angekündigt, diese zu verlängern. Sie hätten dazu beigetragen, „dass diese Nacht ruhig verlief“, sagte er.

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