Randale in Frankreich
Plünderer verkaufen erbeutete Luxusware auf Vinted
Bei den Unruhen in Frankreich wurden in mehreren französischen Städten Geschäfte aufgebrochen und geplündert. Dabei hatten es viele Diebe auf teure Luxuswaren abgesehen. Einiges von dem Diebesgut verkaufen sie jetzt auf Second-Hand-Plattformen wie Vinted weiter. Das Unternehmen versucht, die Artikel zu identifizieren und zu entfernen.
Parfums, Designertaschen und teure Kleidung: Zahlreiche Videos auf Social Media zeigen Menschen, die in Luxus-Shops einbrechen und so viel mitnehmen, wie sie greifen können. Das bestätigte auch Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu.
Auf Websites wie Vinted tauchen die gestohlenen Designerartikel jetzt wieder auf. „Wenn gegen unsere Regeln verstoßen wird, gehen wir gegen die betroffenen Kunden vor“, wird ein Sprecher der Second-Hand-Plattform im Ö1-Morgenjournal zitiert. Manche Personen können auf Vinted dann sogar dauerhaft gesperrt werden.
Täter ausfindig zu machen, ist „massive Justizoperation“
Videos in den sozialen Medien zeigen die Plünderer, wie sie ganze Geschäfte ausräumen. Der Premierminister erklärte, allein in Paris würden sich rund 200 Mitarbeiter mit der Analyse der Videos befassen. Lecornu sprach von einer „massiven Justizoperation“.
Vinted arbeite auf Hochtouren daran, die gestohlene Ware zu identifizieren und zu entfernen, heißt es in einem Statement. Auf Social Media verbreiten sich Screenshots von Luxusprodukten, die auf der Plattform billig weiterverkauft werden.
Plünderer verkaufen teure Produkte zum Spottpreis
Eine Userin schreibt etwa: „Auf Vinted herrscht der totale Wahnsinn“, eine weitere schreibt: „Man sieht echt, dass es Männer waren, die sie (Anm.: Beauty-Produkte) geklaut haben, wenn man die Preise sieht, für die sie sie verkaufen.“
Ein Angebot wurde unter dem Titel „Make-up 17. Oktober“ hochgeladen und zeigt drei prall gefüllte Sephora-Taschen voll mit teuren Produkten. Für 15 Euro kann man Beauty-Produkte erwerben, die wohl mehrere hundert Euro wert sind.
Proteste arteten aus
Am Montag wurden in mehreren französischen Städten Ausgangssperren verhängt, nachdem es am Wochenende zu Ausschreitungen gekommen ist. Studentenproteste sind in Unruhen über die hohen Lebenshaltungskosten im Land ausgeartet. Besonders am Samstag kam es wiederholt zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten, über 2000 Menschen wurden verhaftet.

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