Da haben sich zwei gefunden: Der Alpen-Mercury Austrofred und Mash-up-Maestro Kurt Razelli. Das unkonventionelle Duo, das mit messerscharfer Ironie und musikalischem Witz die Latte im Austropop höher legt, veröffentlicht heute sein zweites gemeinsames Album“Sanfte Krieger“ und startet gleichzeitig eine neue Tour.
Bereits ihr Debüt „Life is laff“ entwickelte sich zum Erfolg. Trotzdem war eine Fortsetzung lange ungewiss. „Unser zweites Album war lange nicht fix“, verrät Austrofred. Zu voll waren die Terminkalender der beiden Künstler.
Während Kurt Razelli, Produzent, Videokünstler und Pionier der Mash-up-Kunst, den TV-Alltag vertonte und mit Philipp Hochmair den „Jedermann Remix“ auf die Bühne brachte, veröffentlichte Austrofred ein Gruselbuch und verkörperte den Komponisten Anton Bruckner in einer Filmbiografie, wir haben darüber berichtet.
Lohnt es sich, die Gage zu teilen?
„Außerdem bin ich sowieso ein Alpha-Tier“, sagt Austrofred ohne mit der Wimper zu zucken. „Und ich stelle mir bei jeder Kollaboration die Frage: Lohnt es sich wirklich, dafür die Gage zu teilen? Aber der Kurt hat Tracks geschickt, bei denen ich sofort wusste: pure Magic. Unsere Stile ergänzen sich genau an den richtigen Stellen.“
Der Song für das Land
Das Ergebnis ist nun „Sanfte Krieger“: zwölf neue Songs, sorgfältig arrangiert, abwechslungsreich und voller Ideen. Musikalisch reicht die Bandbreite von großen Pop-Hymnen über humorvolle Alltagsbeobachtungen bis hin zu überraschend nachdenklichen Momenten. Zu den bereits bekannten Titeln zählen „Eisnstaung“, „Der Hallo ist tot“, „Westbahn“ und „Lametta“.
Ironie darf sein, das Ergebnis ist dennoch klass: „Dem Song ‘Eisentaung‘ ist viel Forschung vorausgegangen“, sagt Austrofred. „Es gibt für die männliche jugendliche Landbevölkerung in Wirklichkeit keinerlei popmusikalische Angebote, das wird sehr vernachlässigt. Ich habe in mich und in andere männliche Menschen hineingefühlt und bin auf dieses Lied gekommen, das heißt: Ich hau‘ mit dem Hammer auf eine Eisenstange. Die Nummer fährt höllisch, vor allem live.“
Auch „Westbahn“ hat eine Geschichte: „Eines meiner Lieblingslieder, ein ‘deep track‘, der emotional etwas auslöst. Es geht ums Zugfahren und gleichzeitig ist es eine Allegorie aufs Leben – eine starke Nummer.“
So beweisen die beiden „sanften Krieger“, dass sich Humor, Tiefgang und eingängige Melodien keineswegs ausschließen. Davon kann man sich auch auf ihrer Tour durch Österreich überzeugen.
In Oberösterreich präsentiert das Duo das neue Album „Sanfte Krieger“ im Röda Steyr (20. November), Peuerbach (28. November) und im Linzer Posthof (14. Jänner).
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