17.11.2014 08:19 |

Korruption?

Wegen WM-Vergabe: Die FIFA im Visier des FBI!

Die FIFA im Visier des FBI! Der Abschlussbericht des Fußball-Weltverbandes zur heftig umstrittenen WM-Vergabe an Russland und Katar, der die Diskussion um mögliche Korruption beenden sollte, sorgt für große Aufregung und soll nun sogar von der US-Bundespolizei unter die Lupe genommen werden. Das FBI ermittelt bereits seit 2011 gegen den mächtigen Verband.

Neue Fakten in Zusammenhang mit den Ermittlungen der FIFA-Ethikkommission zu den Fußball-WM-Vergaben 2018 und 2022 an Russland und Katar haben für Aufsehen gesorgt. Zwei Informantinnen von FIFA-Chefermittler Michael Garcia klagten, dass in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht wichtige Aussagen über Fehlverhalten nicht berücksichtigt worden seien.

Dies sei eine "absichtliche Verunglimpfung von zwei Frauen, die mutig genug waren, etwas zu sagen", erklärten Phaedra Almajid, eine Ex-Mitarbeiterin von Katars Bewerbungskomitee, und Bonita Mersiades, die Ex-Chefin für öffentliche Angelegenheiten von Australiens Kandidatur für die WM 2022. Der deutsche FIFA-Richter Hans-Joachim Eckert habe die Aussagen als unzuverlässig und ungenau abqualifiziert, belastende Aussagen seien in dem Bericht nicht mehr aufgetaucht. Almajid erklärte, sie habe sogar Aussagen unter Druck aus Sorge um ihre Familie zurücknehmen müssen. Sie sprach von Vertuschung und Erpressung.

Aussage vor neutralem Komitee
Die Frauen wurden nun gemeinsam mit Garcia ins Parlament in London eingeladen und sollen vor einem neutralen Komitee im Unterhaus aussagen. "Wenn es um die FIFA geht, muss man darauf vorbereitet sein, gekreuzigt zu werden, nicht einmal oder zweimal, sondern wieder und immer wieder." sagte Phaedra Almajid.

Der deutsche Jurist Eckert hatte in seinem am Donnerstag vorgelegten Report die Vergabe der WM-Endrunden 2018 (Russland) und 2022 (Katar) für zulässig erklärt. Garcia kritisierte daraufhin eine "unvollständige und fehlerhafte Darstellung von Fakten und Schlussfolgerungen" und legte Einspruch ein.

Dann ging es Schlag auf Schlag: Eckert ruderte zurück, sprach nur noch von einem Zwischenstand der Ermittlungen. Denn auch er wird wohl gewusst haben, dass es nun noch ernster werden könnte.

Bereits seit 2011 recherchiert das FBI
Denn das FBI hat die FIFA im Visier. Die US-Bundespolizei recherchiert schon seit 2011 wegen des Verdachts der Geldwäsche und Steuerhinterziehung gegen FIFA-Verantwortliche. Im Radar ist in erster Linie die WM-Vergabe an Russland. Das FBI wird nun die Ermittlungen ausweiten und will den Garcia-Bericht komplett durchleuchten, was aber bisher verweigert wurde.

Bestimmt hilfreich: Die Frau von FIFA-Chefermittler Garcia ist beim FBI tätig, was die Zusammenarbeit bestimmt einfacher macht.

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