Fr, 22. Juni 2018

Australien-Abenteuer

31.07.2014 12:23

ÖFB-Teamstürmer Janko wechselt zu Sydney FC

Marc Janko hat die Zeit der Ungewissheit hinter sich. Der 31-jährige Stürmer, der für das ÖFB-Nationalteam in 40 Einsätzen bisher 17 Tore geschossen hat, wagt den Sprung nach Australien, wo er vorerst für ein Jahr mit Option auf Verlängerung für den Sydney FC stürmen wird. Janko ist bereits in Sydney und wird am Montag erstmals mit seinen neuen Mannschaftskollegen trainieren.

Janko, der als Nachfolger des scheidenden italienischen Stars Alessandro del Piero geholt wurde, hat Anfang Juli seinen Vertrag beim türkischen Erstligisten Trabzonspor aufgelöst. Der Niederösterreicher war in der Türkei nicht glücklich geworden und hatte bereits seit Anfang Mai erste Kontakte mit den sehr interessierten Funktionären der "Sky Blues".

"Die Zeit, in der ich jetzt vertragslos bin, war jetzt doch schon etwas länger. Insofern ist auch irgendwo die Unruhe ein bisschen größer geworden. Ich bin froh, mich jetzt wieder einer Mannschaft anschließen zu können", meinte ein erleichterter Janko am Donnerstag. "Sydney hat sich außergewöhnlich um mich bemüht."

Janko hofft auf Rückkehr zu europäischem Klub
Janko hat in den vergangenen Wochen Erkundigungen über den australischen Fußball eingeholt und wollte freilich auch für eventuelle künftige Aufgaben nicht ganz aus dem Blickfeld der europäischen Klubs geraten. Doch dies wurde von vielen Seiten entkräftet. "Bei einigen Spielen sitzen etliche Scouts aus allen europäischen Ligen auf den Tribünen, weil eben die australischen Spieler zunehmend interessanter werden, dazu auch wenig kosten", schilderte Janko und ergänzte, "wenn ich hier gut spiele, dann bin ich auf jeden Fall in den Notizblöcken der europäischen Klubs."

Dies soll aber keineswegs heißen, dass Janko sich einen längeren Aufenthalt gar nicht vorstellen kann. "Ich bin nicht gekommen, um nach einem Jahr wieder weg zu sein. Ich kann mir durchaus vorstellen, hier länger zu bleiben, wenn der sportliche Erfolg da ist", versicherte der Stürmer. Und auch Bedenken, dass dieser Wechsel seiner Nationalteam-Karriere schaden könnte, konnte Janko in Gesprächen mit Teamchef Marcel Koller ausräumen. "Ich habe schon vor dem Tschechien-Länderspiel mit ihm gesprochen. Er meinte, wenn ich das machen sollte, bedeutet das dezidiert nicht das Ende meiner Nationalteamkarriere."

Für ÖFB-Team "keine Reise zu weit"
Auch von Sydney-Coach Graham Arnold, der seit Mai im Amt ist und den in der vergangenen Saison fünftplatzierten Klub zum Titel führen soll, gibt es für Europa-Trips in Sachen Nationalteam im Voraus grünes Licht. Und an seinem eigenen Commitment für die rot-weiß-rote Elf ließ Janko schon gar keine Zweifel aufkommen. "Mir ist auf jeden Fall keine Reise der Welt zu weit, um für mein Heimatland zu spielen. Ich bin bereit, jegliche Strapaze auf mich zu nehmen."

Janko sieht diese erste Zeit in "Down Under" als eine Art Kennenlernen. "Für mich ist es ganz wichtig, wieder den Spaß am Fußball zu finden, den ich ja doch in den letzten eineinhalb, zwei Jahren in der Türkei ein bisschen aus den Augen verloren habe." Und der Schauplatz könnte dazu beitragen: Der Team-Stürmer, der für die "Himmelblauen" seine Glücksnummer 21 tragen wird, ist erst knapp 24 Stunden in Sydney und von der Stadt und den Gegebenheiten begeistert. Seine Verlobte wird demnächst nachreisen.

"Stürmer von internationalem Ruf"
Von Klubseite erhofft man sich für die Anfang Oktober beginnende A-League-Saison natürlich einiges. "Marc ist ein Stürmer von internationalem Ruf, der für einige der größten und bekanntesten europäischen Klubs gespielt hat. Sein Torrekord spricht für sich selbst", erklärte der Vereins-Vorsitzende Scott Barlow.

Auch Coach Arnold glaubt, dass Janko perfekt in seine Mannschaft passt. "Marc hat einen außergewöhnlichen Torrekord und ist eine fantastische Erweiterung in unserem Angriff. Ich bin sehr glücklich, dass wir ihn verpflichten konnten." Zudem glaubt der frühere Nationalcoach der "Socceroos", dass Janko mit seiner Größe den gegnerischen Verteidigern viele Probleme bereiten wird.

Koller: "Situation nicht einfach"
Teamchef Marcel Koller ist froh, dass Janko nun mehr Einsatzzeiten winken, gibt aber zu bedenken, dass die Distanz durchaus zum Problem werden könnte. "Australien ist natürlich schon sehr weit weg. Da ist die Situation mit neun Stunden Zeitunterschied und einem 20-stündigen Flug nicht einfach", so Koller am Donnerstag gegenüber Sky Sport News. Der Teamchef hofft, dass sich Janko "gut integrieren kann, schnell seinen Rhythmus findet, weil er für uns natürlich sehr, sehr wichtig ist".

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.