Wegen schweren Betrugs

Statt im Krankenhaus war Wirt in Untersuchungshaft

Oberösterreich
29.01.2026 08:00

Der neue Pächter des Lokals am Speiserberg nahe Linz wollte am Freitag eröffnen. Doch der Vermieter schiebt dem nun einen Riegel vor, da der Wirt wegen Betrugs eingesessen hat. Der spricht wiederum von einem Missverständnis – und will nun klagen.

Am Donnerstag standen Techniker, Lieferanten und ein Glaser vor verschlossener Tür, nun tut es der Pächter, Georgios Argyriou, selbst. Denn ab sofort ist Schluss, der Vermieter hat die Nase voll. Die Schlösser des Hauses am Fuße des Speiserbergs in St. Florian/Linz wurden ausgetauscht, dem neuen Wirten wurde noch vor der Eröffnung der Riegel vorgeschoben.

„Das Mietverhältnis mit dem Restaurantpächter wurde beendet, nachdem wesentliche vertragliche Verpflichtungen trotz mehrfacher Stundungen und Nachlässe nicht erfüllt wurden. Maßgeblich waren insbesondere ausständige Mietzahlungen und das wiederholte Nichteinhalten von Vereinbarungen. Ich habe versucht, Schäden bei Lieferanten zu minimieren“, sagt Nikolaus Spiegelfeld.

„Müssen Schadensbergrenzung machen“
Auch dessen Vater, Georg Spiegelfeld, reagierte verärgert. „Ich gebe ihm sicher keinen Schlüssel mehr, wir müssen jetzt Schadensbegrenzung machen.“ Argyriou selbst wehrt sich: „Spiegelfeld wollte die Miete für Jänner am Montag haben, ich kann aber erst am Freitag zahlen. Ich habe Wareneinkäufe von 20.000 Euro gemacht, alleine die Weinbestellung hat 12.000 Euro ausgemacht. Das will ich nicht verlieren. Ich habe keine gerichtliche Kündigung bekommen, deshalb kann Spiegelfeld machen, was er will“, so der Koch.

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Das Mietverhältnis mit dem Pächter wurde beendet, nachdem vertragliche Verpflichtungen trotz mehrfacher Stundungen und Nachlässe nicht erfüllt wurden.

Nikolaus Spiegelfeld, Verwalter des Lokals

 

Restaurant hätte schon im August eröffnen sollen
Zur Vorgeschichte: Das Restaurant mit dem griechischen Koch hätte schon im August 2025 eröffnen sollen. Doch Argyriou meldete sich monatelang nicht, war untergetaucht. Vonseiten seiner Freundin hieß es, er läge nach einem Unfall in Griechenland im Krankenhaus. Nun stellte sich jedoch heraus, dass das nicht der Wahrheit entspricht. Argyriou saß zu dieser Zeit in Untersuchungshaft.

„Gewerbsmäßig schwerer Betrug und dauernde Sachentziehung, 24 Monate Freiheitsstrafe, von denen er sechs Monate verbüßen muss und 18 auf Bewährung hat. Der Haftantritt wurde mit 28. August begonnen, und am 20. Dezember wurde er bedingt entlassen“, heißt es beim Landesgericht Linz. Der Grieche selbst bestreitet fast alles. „Ja, ich bin in U-Haft gesessen, aber das war wegen meines Bruders, und ist alles ein Missverständnis.“

Nun wird neuer Pächter gesucht
Fakt ist, dass es am Freitag, wie eigentlich geplant, keine Lokaleröffnung in Sankt Florian geben wird. Das mit dem griechischen Sternekoch hat sich wohl für immer erledigt. Aber der Standort bietet großes Potenzial, „und es wird ein neuer Pächter gesucht, mit frischen Ideen und einer langfristigen Perspektive“, ist der Vermieter weiterhin zuversichtlich.

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