Ein gebrochener Finger hat Anastasia Potapova bei ihrer Australian-Open-Niederlage gegen Aryna Sabalenka große Probleme bereitet. „Bei 5:5 habe ich im ersten Satz so viele Schmerzen gespürt, weil ich da eine Rückhand nicht auf dem richtigen Punkt des Rackets getroffen habe und der Schmerz ist durch den ganzen Arm gewandert. Von da an hat sich jede Rückhand angefühlt wie ein Messer in meiner Hand.“
Österreich ist bei den Australian Open in Melbourne im Einzel nicht mehr vertreten. Die seit Jahresbeginn für Rot-weiß-rot spielende Anastasia Potapova verlor am Freitag gegen Topfavoritin Aryna Sabalenka aus Belarus nach einer starken Leistung in der dritten Runde nach 2:02 Stunden mit 6:7(4),6:7(7). Die gebürtige Russin hatte dabei im zweiten Durchgang sogar vier Satzbälle, die Sabalenka aber abwehrte. Die 24-Jährige verzichtete danach auf das Doppel.
„Ich bin sehr glücklich mit meiner Performance. Es war das bisher engste Match, das ich gegen eine Nummer eins der Welt gespielt habe“, erklärte Potapova. Sie sei sehr zufrieden mit dem Level und dies, obwohl sie wegen ihres gebrochenen, linken Zeigefingers gehandicapt war. „Ich wollte keine so große Sache daraus machen, aber der tut mir natürlich weh. Ich habe versucht, es nicht zu zeigen und weiterzukämpfen. Darauf bin ich sehr stolz.“
0:4-Rückstand im zweiten Satz aufgeholt
Das Match begann mit einem Break zum 2:0 für Sabalenka, die aber ihr Service unmittelbar danach verlor. Bei 5:6 wehrte Potapova drei Satzbälle ab und es ging ins Tiebreak, das sie mit 4:7 verlor. Danach schien die Partie gelaufen, als Sabalenka auf 4:0 davonzog. Doch Potapova kämpfte sich auf 4:4 zurück und schaffte nach neuerlichem Aufschlagverlust erneut das Rebreak zum 5:5. Im zweiten Tiebreak führte die ehemalige Nummer 21 im WTA-Ranking schon mit 6:3 und hatte bei 7:6 auch einen vierten Satzball, doch Sabalenka vermied den Entscheidungssatz und nutzte den ersten Matchball.
Trotz der Niederlage hat sich Potapova viel Selbstvertrauen geholt. „Ich wollte da rausgehen und sehen, wie weit ich bin. Wie sich gezeigt hat, bin ich nicht so weit weg. Wenn ich Aryna in zwei Tiebreaks zwingen kann, kann ich den Rest der Tour auch fordern. Ich bin wirklich happy, wie die Woche gelaufen ist und wie ich mich verbessert habe“, stellte die Rechtshänderin fest.
Viel Lob von Sabalenka
Aryna Sabalenka, die Potapova nach dem Match herzlich umarmt hat, zollte ihrer Gegnerin viel Lob. „Sie hat unglaubliches Tennis gespielt. Ich war ständig in der Defensive und es gibt Tage, an denen man einfach nur kämpfen muss“, sagte die Nummer eins der Frauen. Sie sei emotional „völlig durcheinander“ gewesen. „Wie durch ein Wunder habe ich diesen Sieg trotzdem errungen.“ Sie trifft jetzt auf Kanadas Riesenhoffnung, die 19-jährige Victoria Mboko.
Eine allzu lange Pause will Potapova trotz ihrer Verletzung nicht einlegen. Anfang Februar steht das Turnier in Cluj-Napoca (Rumänien) auf dem Programm. „Ich möchte dort so viele Matches wie möglich spielen und vielleicht erstmals meinen Titel verteidigen.“ Danach stehen u.a. Doha, Dubai und Indian Wells auf dem Programm.
Potapova lernt bereits Deutsch
Einmal mehr untermauerte sie auf Nachfrage, dass sie sehr aufgeregt sei, für Österreich zu spielen. „Ich werde alles tun, um Österreichs Tennis so weit wie möglich zu bringen, um neuen Wind reinzubringen. Ich bin sehr stolz, unter dieser Flagge zu spielen.“
Ich werde alles tun, um Österreichs Tennis so weit wie möglich zu bringen, um neuen Wind reinzubringen. Ich bin sehr stolz, unter dieser Flagge zu spielen.
Anastasia Potapova
Und auch verständigen will sie sich gut. „Seit letztem Jahr lerne ich Deutsch, ich verstehe viel, kann bereits ein paar Sachen sagen, aber ich verspreche, ich werde es sicher lernen. Es ist erstens eine gute Sache, eine Sprache mehr zu lernen und zweitens würde ich natürlich gerne die nationale Sprache des Landes sprechen, für das ich spiele.“
Miedler im Doppel bereits out
Früher als geplant mussten sich auch Österreichs derzeit bester Doppelspieler, Lucas Miedler und dessen portugiesischer Partner Francisco Cabral verabschieden. Das als Nummer 9 gesetzte Duo verlor in der zweiten Runde gegen Adam Pavlasek/John-Patrick Smith (CZE/AUS) 4:6,4:6.
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