Eiskanal Innsbruck-Igls, ein gutes Monat vor den Bewerben der Olympischen Spiele in Cortina. Und ein Gedanke schoss Marlies Raich in Kurve drei noch rasanter durch den Kopf, als sie selbst durch die Bahn fetzte: „Bist du wahnsinnig? DAS ist schnell, richtig schnell.“
Marlies Raich, geborene Schild? Ja, genau die. Die ehemalige Slalomkönigin, 212 Weltcup-Starts, 37 Siege, 35 davon im Slalom – und sie im Eiskanal??? „Ja – und wie!“, lächelte Janine Flock, Österreichs Skeleton-Lady Nummer 1 und heißestes Eisen für die kommenden Spiele, anerkennend.
Dreifach-Mama mit Mut
Bei einem Termin ihres gemeinsamen Sponsors BTV (Bank für Tirol und Vorarlberg) war die Idee einer Skeleton-Fahrt von Marlies entstanden: „Eigentlich wollte der Benni, aber der hat ein bissl gezögert. Da hab’ ich das durchgezogen“, grinste die dreifache Mutter, die auch in ihrer aktiven Karriere Mut zum Risiko zeigte.
Schließlich stand Marlies auch bei zwei Abfahrten auf dem Weltcup-Podest (2007 2. in Aspen, 2. in Lenzerheide). Und machte nachher in ihrer Rolle als Fernseh-Expertin Erfahrungen als Fallschrimspringerin. „Aber das war als Tandem-Flug. Im Eiskanal, auf dem Skeleton – das ist man allein, ganz allein.“
Eigentlich wollte der Benni, aber der hat ein bissl gezögert. Da hab’ ich das durchgezogen.
Marlies Raich über ihr Skeleton-Abenteuer
Mit 100 km/h Richtung Ziel
Mit gut 100 km/h raste Raich auf dem Schlitten Kopf voraus durch den Eiskanal – im Weltcup sind die Höchstgeschwindigkeiten noch gut ein Viertel höher. „Aber ich war dann wirklich froh, als der Skeleton im Ziel wieder ruhig gestanden ist. Das war ein Adrenalin-Kick, der war ordentlich.“ Dass Marlies jedoch aber gleich fünfmal durchs Igler Eis rasen würde, „war nicht mein Plan“, gestand die Ex-Slalomkönigin. Die Video-Aufnahmen machten das nötig. Blaue Flecken an der Hüfte zeugten von diesem intensiven Einsatz.
„Probiere gerne neue Sachen aus“
„Ich muss den Mut von Marlies schon bewundern. Aber man hat ihre Vergangenheit als Sportlerin gespürt, ihre Herangehensweise war eine ganz andere. Ich glaube aber, ihre Neugier wurde durch die Fahrten geweckt“, meinte Flock. Marlies nahm das Kompliment bescheiden auf: „Ich probiere einfach gern neue Sachen aus.“
Von einer Nominierung ins Skeleton-Team für Olympia auf den Spuren von Ester Ledecka (Olympia-Gold in Super-G und mit dem Snowboard) wollte Raich aber nichts hören: „Ja, genauuu“
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