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Heimliche Videos: Spielerin erhebt harte Vorwürfe

Vorarlberg
27.11.2025 12:47

Vor knapp einem Monat wurde bekannt, dass ein ehemaliger Funktionär des Vorarlberger SCR Altach in der Kabine, aber auch in anderen höchst privaten Lebensbereichen der Spielerinnen des Bundesligisten Videos angefertigt haben soll. Nun erhebt eine der jungen Frauen, die von diesen furchtbaren Vorfällen betroffen ist, schwere Vorwürfe und reagiert der Verein.

Sie sei ein Opfer, genauso „wie viele andere meiner Mitspielerinnen und Spielerinnen, die in den vergangenen fünf Jahren in Altach gespielt haben“. Ein Opfer jenes Mannes, der in letzten Jahren in der Kabine, aber auch den Duschen und wohl auch in anderen privaten Lebensbereichen der Spielerinnen Kameras installiert und heimlich Videos aufgenommen haben soll. Sie und ihre Kolleginnen würden versuchen, die Vorkommnisse zu verarbeiten, das brauche aber Zeit, wird die Frau in den „Vorarlberger Nachrichten“ zitiert.

Vorwürfe gegen Verein und LKA
Gleichzeitig erhebt sie aber auch massive Vorwürfe gegen die Beamten des Landeskriminalamts (LKA) und den SCR Altach. So hätten sie und die anderen Spielerinnen erst durch die Medien von den Vorfällen erfahren und das, obwohl die Polizei bereits drei Wochen zuvor eine Durchsuchung auf dem Campus vorgenommen habe. Das sei für sie alle nicht nachvollziehbar. Besonders deshalb, da der Verdächtige, dessen Abschied am 30. September vom Verein per Aussendung bekannt gegeben wurde, im Oktober noch ganz „normal“ beim Team gewesen sei, an Besprechungen und sogar Auswärtsfahrten teilgenommen habe.

Altach als kleineres Übel
Die LKA-Beamten hätten den Betroffenen in „eher legerem Stil“ mitgeteilt, dass sie zufällig bei einer Hausdurchsuchung beim Verdächtigen – für ihn gilt die Unschuldsvermutung – auf die vielen Bilder und Videos von den Spielerinnen gestoßen seien. Es sei dabei der Eindruck vermittelt worden, dass die „Causa Altach das kleinere Übel in diesem Kriminalfall sei“. Seitdem habe man weder von den Behörden noch vom SCR Altach in irgendeiner Weise Informationen zu den Entwicklungen bekommen.

Angst in Vergessenheit zu geraten
Besonders pikant: Bei jenem Infoabend, den der Verein am 28. Oktober – der Tag des Bekanntwerdens der Causa – mit den Spielerinnen und deren Familien abhielt, habe man eine Visitenkarte eines Psychiaters in die Hand gedrückt bekommen, bei dem man sich melden könne. Man habe aber nie eine andere fachmännische Art von Hilfestellung angeboten bekommen, erklärte die Frau, die große Angst davor hat, dass die ganze Causa in Vergessenheit gerate.

Altach-Geschäftsführer Christoph Längle
Altach-Geschäftsführer Christoph Längle(Bild: GEPA pictures)

Altach-Geschäftsführer nimmt Stellung
Die „Krone“ fragte am Donnerstagmorgen bei Altach-Geschäftsführer Christoph Längle nach. „Ich wurde nach der Durchsuchung auf dem Campus am 15. Oktober vom LKA zur Einvernahme geladen. Dort habe ich zum ersten Mal den Namen des Verdächtigen erfahren“, erklärt der 55-Jährige. „Direkt im Anschluss habe ich der Person über unseren Anwalt Hausverbot erteilen lassen.“ Sprich: Längle und alle anderen Altach-Verantwortlichen, wussten bis zu diesem Zeitpunkt nicht, um wen es sich handelt.

Medium hielt sich nicht an Absprache
„Zudem wurde ich vom LKA angehalten, mit niemandem über den Fall zu sprechen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden“, erklärt Längle. „Als ich am 28. Oktober von einem Medium mit dem Thema konfrontiert und darüber informiert wurde, dass die Geschichte am nächsten Tag erscheinen wird, habe ich direkt ein Meeting mit allen Spielerinnen und ihren Familien einberufen.“ Allerdings habe das Medium die Geschichte dann bereits zwei Stunden vor dem geplanten Termin veröffentlicht, weshalb die Spielerinnen vorab auf diesem Weg über die Vorfälle informiert worden seien.

Bislang keine interne Rückmeldung
„Ich würde mir niemals den Schuh anziehen, zu behaupten, dass wir alles richtig gemacht haben“, erklärt Längle weiter, der von den Vorfällen, wie so viele andere, komplett überrumpelt worden sei. „Wir haben aber alles Mögliche getan, den Spielerinnen die notwendigen Hilfestellungen zu bieten. Wir haben zwei Damen permanent abgestellt, damit sich die Spielerinnen nicht an mich wenden müssen, haben psychologische Hilfe und Rechtsbeistand angeboten. Bislang ist aber niemand an uns herangetreten und hat Bedenken geäußert, dass die Sache unter den Teppich gekehrt werden könnte.“ Etwas, das auch alles andere als im Sinne von Längle und dem Verein wäre.

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