De la Soul

Band verschenkte Raubkopien der eigenen Songs

Web
18.02.2014 11:32
Die Hip-Hop-Band De la Soul hat kürzlich das 25. Jubiläum ihres ersten Albums "3 Feet High" gefeiert und der Internetgemeinde ein besonderes Geschenk gemacht: das Album und eine ganze Reihe zusätzlicher Nummern als kostenlosen Download. Was sich erst einige Tage später herausgestellt hat: Die Lieder waren nicht etwa offizielle legal im Netz erhältliche MP3-Dateien des Albums, sondern Raubkopien von einer russischen Website.

Den Fans der Band dürfte es letztlich egal gewesen sein, woher die Lieder stammen, erstaunlich ist deren Herkunft dennoch. Schließlich sollte es einer Band wie De la Soul eigentlich problemlos möglich sein, legale Digitalkopien ihrer Songs aufzutreiben und ins Netz zu stellen. Wie "TorrentFreak" berichtet, war die Sachlage in diesem Fall allerdings doch nicht so einfach.

Viele De-la-Soul-Songs nicht legal verfügbar
Zahlreiche Lieder von De la Soul sind nämlich nie legal im Netz erschienen – wegen Lizenzproblemen, die aus der Verwendung von Ausschnitten aus Werbe-Jingles und Kinderliedern in manchen Songs resultieren.

Weil dieser Lizenz-Albtraum De la Soul seit Jahren daran hindert, die eigene Musik im Netz zu verbreiten, griffen die Musiker zum Jubiläum der Erstveröffentlichung von "3 Feet High" auf die Raubkopien aus Russland zurück. Identifiziert wurde die Herkunft der Stücke durch einen Blick in die Metadaten der einzelnen Dateien – dort findet sich die URL der Filesharing-Website Rappalata.

Offenbar waren die Kopien deutlich einfacher aufzutreiben als offizielles, von Plattenfirmen und Rechteverwertern abgesegnetes Material. Im Gespräch mit der "Businessweek" machen Mitglieder der Band unklare Formulierungen in Verträgen und die Probleme mit den Rechten für kurze Ausschnitte aus anderen Werken dezidiert dafür verantwortlich, dass es ihre Musik nicht legal im Netz gibt.

Download-Aktion dauerte nur kurz
Um ihren Fans zum Jubiläum trotzdem ein Geschenk machen zu können, haben die Musiker kurzerhand auf die russischen Raubkopien gesetzt. Die Download-Aktion auf einer eigens eingerichteten Website dauerte lediglich anderthalb Tage und ist mittlerweile vorbei. Fans mussten nur ihre E-Mail-Adresse eingeben und durften anschließend eine große Auswahl an Songs der Band herunterladen.

Dass die Stücke nach Ablauf der Aktion längst in den einschlägigen Filesharing-Netzwerken, etwa auf PirateBay, kursieren, dürfte die Musiker angesichts der Herkunft der Stücke nicht allzu sehr stören. Zumal sich die Gratis-Songs auch als gute Werbung für das neue Album der Rapper erwiesen, das heuer erscheinen soll.

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