Westbahn-Chefs:

„Bahnsubventionen sind ein Milliardengrab“

Wirtschaft
22.10.2025 16:00

Die Subventionen für den Zugverkehr sind laut dem Vorstand der privaten Westbahn ein „Milliardengrab“. Denn der private Betreiber zeige, dass es effizienter und für den Steuerzahler günstiger geht. Ab März 2026 fährt die Westbahn auf der Koralmbahn und plant weitere Expansionen, sowohl auf der Süd- als auch auf der Weststrecke sowie nach Ungarn.

Die ÖBB startet bereits im Dezember, ab März fährt auch die private Westbahn auf der neu geschaffenen Koralmbahn, dann sind die neuen einstöckigen Züge da. In 3 Stunden und 15 Minuten ist man dann in Klagenfurt, danach folgen noch die Halte Pörtschach und Villach. Bei den Ticketpreisen werde man sich ungefähr an der Strecke Wien-Salzburg orientieren. Ab Ende 2026 soll die Westbahn auch nach Lienz fahren, in weiterer Folge hat man auch Bozen und Venedig im Visier.

Wien-Stuttgart übertrifft Erwartungen
Seit Ende 2024 bietet die Westbahn eine Direktverbindung nach Stuttgart an. „Diese übertrifft die Erwartungen um das zwei- bis dreifache“, sagt Westbahn-Vorstand Thomas Posch, der mit der Westbahn ab 2028/29 bis Frankfurt fahren will. „Zuerst planen wir aber jedenfalls eine Verdichtung“, so Posch. Dritter Schritt der Expansion ist der Einstieg nach Ungarn, was aber frühestens 2029 realistisch ist.

Einen Wettbewerbsnachteil sehen die Westbahn-Bosse durch die Bahn-Subventionen für die ÖBB. 1,5 Milliarden Euro fließen über „Verkehrsdiensteverträge“ jährlich. „Dabei gibt es Strecken, die wir ohne Subvention bedienen und zu sehr ähnlichen Preisen anbieten“, so Co-Vorstand Marco Ramsbacher, der Sohn der Kärntner Hotelière Helena Ramsbacher kaufte 2024 die Anteile von Investor Erhard Grossnigg. „Jeder Kugelschreiber muss ausgeschrieben werden, und hier macht die öffentliche Hand einfach Direktvergaben.“

Marco Ramsbacher und Thomas Posch leiten die Westbahn: „Wir bieten ohne Subventionen für den ...
Marco Ramsbacher und Thomas Posch leiten die Westbahn: „Wir bieten ohne Subventionen für den Steuerzahler günstiger an.“(Bild: Westbahn)

Hohes Einsparungspotenzial im Bahnverkehr
Posch und Ramsbacher rechnen mit einem Einsparungspotenzial von rund 20 Prozent, das wären 300 Millionen Euro jährlich, über einen längeren Zeitraum kommen so Milliarden zusammen. Gelingen kann das über Streichungen von Subventionen auf Strecken, bei denen es auch ohne Subvention günstig möglich ist und über Ausschreibungen, die den günstigsten Anbieter belohnen.

„Das ist möglicherweise günstiger. Wir machen es für den Steuerzahler gratis, während die ÖBB auf derselben Strecke Geld bekommen“; so Ramsbacher, der auf Schweden verweist, wo auch der Nahverkehr ausgeschrieben wird. Das derzeitige System der Direktvergabe kommt aus der Zeit, als die ÖBB ein echter Monopolist war.

Westbahn in den schwarzen Zahlen
Die Westbahn ist bereits seit 2022 nach davor stets verlustreichen Jahren in den schwarzen Zahlen. 2024 gab es einen Überschuss von 17 Millionen Euro. Die Passagierzahl dürfte heuer von 9 Millionen auf knapp 10 Millionen steigen.

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