Paukenschlag

Benko: Araber erhalten 700 Millionen zugesprochen

Wirtschaft
03.02.2026 08:02

Nach einer Klage von Mubadala, dem Staatsfonds von Abu Dhabi, hat das  internationale Schiedsgericht ein Urteil mit weitreichenden Konsequenzen gefällt: Über 700 Millionen Euro wurden Mubadala zugesprochen, vor allem die Laura Privatstiftung der Benkos ist massiv betroffen. 

Alles begann 2018, als eine österreichische Delegation unter dem damaligen Bundeskanzler Sebastian Kurz nach Abu Dhabi reiste. Mit an Bord: Immobilienjongleur René Benko, der im arabischen Raum wichtige Verbindungen zu schwerreichen Geldgebern knüpfen wollte. Vor allem zu Mubadala, einem milliardenschweren Staatsfonds.

Für den Kurz-Vertrauten Benko sollte sich der Ausflug mit der hochrangigen Delegation lohnen: Mehrere Mubadala-Gesellschaften investierten in weiterer Folge mehr als 700 Millionen Euro in die Signa-Gruppe und sicherten sich nicht nur saftige Zinszahlungen, sondern auch umfangreiche Sicherheiten. Doch Ende 2023 krachte das Kartenhaus namens Signa-Gruppe in sich zusammen. Die maßgeblichen Signa-Unternehmen mussten Insolvenz anmelden. Und der Staatsfonds Mubadala wollte sein Geld zurück. Immerhin hatten auch René Benko persönlich sowie die Laura Stiftung der Benkos umfangreiche Garantien abgegeben.

René Benko war 2018 Teil einer Delegation, die in Abu Dhabi um Investoren buhlte.
René Benko war 2018 Teil einer Delegation, die in Abu Dhabi um Investoren buhlte.(Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)

Die Konsequenz der Pleiten: Der Gang der Scheichs zum Internationalen Schiedsgericht ICC, das im Jahr 2025 in Zürich und Genf verhandelte. Hinter verschlossenen Türen. Der Vorwurf der Abu Dhabis lautete auf Verletzung von Finanzierungsvereinbarungen durch Signa Holding, Signa Prime, Signa Development, Familie Benko Privatstiftung, Laura Privatstiftung und René Benko selbst. 

Umfassende Garantien
Nun wurde das Urteil den Beklagten zugestellt: Demnach erhielt Mubadala etwas mehr als 700 Millionen Euro zugesprochen. Da die verurteilten Pleite-Gesellschaften der Signa-Gruppe über keine nennenswerten Mittel verfügen, kommt mit dem Schiedsspruch jetzt jedenfalls auch auf diverse Gesellschaften der Laura Privatstiftung Ungemach zu. Laut dem Urteil, das der „Krone“ vorliegt, wurde die Laura Stiftung zur Zahlung von rund 680 Millionen plus Zinsen verurteilt. Da die Ansprüche teilweise aufgerechnet werden können, wird die Laura Stiftung trotzdem mehrere Hundert Millionen Euro berappen müssen.

In der Laura Stiftung der Benkos werden laut „Krone“-Recherchen noch Vermögenswerte im dreistelligen Millionenbereich vermutet. Über die nötige Liquidität, um die hohen Ansprüche der Araber aktuell begleichen zu können, dürfte der Benko-Bunker jedoch nicht verfügen.

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