RS-Virus im Anmarsch

Damit Oma und Opa nicht erkranken

Gesund
29.09.2025 06:30

Das RS-Lungenvirus wird oft unterschätzt.  Dabei kann eine Infektion mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus gerade für Menschen über 60 Jahre schwerwiegende Folgen haben. Während viele das Virus nur mit kleinen Kindern in Verbindung bringen, steigt auch bei älteren Erwachsenen das Risiko für Komplikationen wie Lungenentzündung oder Krankenhausaufenthalte. 

Lange galt das Humane Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) als typisches Kinderkrankheitsvirus. Die Erstinfektion findet normalerweise innerhalb der ersten beiden Lebensjahre statt. Säuglinge und Kleinkinder unter zwei Jahren sind am stärksten gefährdet, da ihre Atemwege noch sehr eng sind und das Immunsystem unreif ist.

Ansteckungsrisiko im familiären Umfeld
Wenn das Enkelkind mit laufender Nase fröhlich durchs Wohnzimmer tollt, denkt niemand an Viren. Doch beim Kuscheln auf Omas und Opas Schoß oder beim gemeinsamen Basteln kann das Lungenvirus unbemerkt übertragen werden. Generell nimmt mit zunehmendem Alter die Immunabwehr ab, Großeltern stecken sich häufig bei den Enkeln an.

Übertragen wird das RSV-Virus hauptsächlich durch Tröpfchen – beim Husten, Niesen oder Sprechen -, gelegentlich auch über verunreinigte Oberflächen. Was als harmloser Schnupfen beginnt, kann bei Älteren sowie bei Menschen mit Vorerkrankungen wie COPD, Asthma, Herzinsuffizienz, Nieren- und Lebererkrankungen, Diabetes sowie einem geschwächten Abwehrsystem zu schweren Komplikationen führen.

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Oft ergibt sich aus einer RSV-Erkrankung eine regelrechte Abwärtsspirale für die Betroffenen. Es folgen weitere Infektionen, ein Abbau der Alltagsfunktionen und eine höhere Pflegebedürftigkeit. 

Infektiologe Univ.-Prof. Dr. Stefan Winkler

RSV-Infektionen werden bei Patienten über 60 aufgrund mangelnder Tests immer noch unterschätzt. „Oder als Erkältung abgetan“, berichtet Univ.-Prof. Dr. Stefan Winkler, stellvertretender Leiter Klinischen Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin an der MedUni Wien. Das zeigen auch die Zahlen: Europaweit verursacht RSV jährlich 274.000 Hospitalisierungen und 20.000 Todesfälle bei Menschen über 60.

Laut internationalen Studien liegt die Hospitalisierungsrate bei über 75-Jährigen vergleichbar mit jener der Influenza. Besonders kritisch: 29 Prozent der hospitalisierten Erwachsenen mit RSV erleiden bakterielle Sekundärinfektionen.

Ein Wert, der sogar über dem von Influenza liegt. „Oft beginnt eine regelrechte Abwärtsspirale“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Winkler. „Weitere Infektionen, Verlust der Selbstständigkeit, Pflegebedürftigkeit – das gilt es zu verhindern.“

Impfung wird ab 60 Jahren empfohlen
Seit zwei Jahren gibt es die RSV-Impfung als Präventionsmaßnahme. Im Österreichischen Impfplan wird sie für Personen ab dem vollendeten 60. Lebensjahr empfohlen. Auch dann, wenn keine weiteren Risikofaktoren bestehen. „Für jene, die Vorerkrankungen aufweisen oder über 75 Jahre alt sind, ist die Immunisierung ganz besonders wichtig“, betont der Infektiologe.

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