19.10.2013 17:52 |

Loch im Netz

Leverkusen besiegt Hoffenheim durch Phantomtor

Bayer Leverkusen hat am Freitagabend durch ein Phantomtor für Aufregung in der deutschen Bundesliga gesorgt. Bei 1899 Hoffenheim flog ein Kopfball von Stefan Kießling am linken Torpfosten vorbei, ging dann aber durch ein Loch im Netz ins Tor. Schiedsrichter Felix Brych gab den Treffer zum 2:0. Bayer gewann 2:1, wobei Hoffenheim kurz vor Schluss noch einen Elfmeter vergab.

Das Phantomtor (hier geht's zum YouTube-Video) hat ein Nachspiel vor dem DFB-Sportgericht, denn Hoffenheim hat Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt. Eine Entscheidung wird aber erst frühestens übernächste Woche fallen. Diesen Zeitpunkt nannte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga, Andreas Rettig, am Samstag. Zugleich betonte er, dass eine Entscheidung unter dem Vorbehalt und der Abstimmung mit der FIFA stünde. Ähnlich hatte sich zuvor der DFB geäußert.

1899-Trainer Markus Gisdol ist fest davon überzeugt, dass "wir das Spiel noch einmal sehen". Der Coach verwies auf den Fall Thomas Helmer. Der Ex-Nationalspieler hatte 1994 beim 2:1 des FC Bayern gegen den 1. FC Nürnberg ebenfalls ein Phantomtor erzielt. Das Spiel wurde wiederholt, anschließend gewannen die Bayern 5:0 und wurden Meister.

Schiedsrichter Brych war die Szene unangenehm. "Ich hatte leichte Zweifel, aber die Reaktionen der Spieler waren eindeutig, es gab kein Kontra. Es hat mir keiner gesagt, dass der Ball nicht im Tor war. Für mich ist das jetzt auch keine tolle Situation, ein Tor zu geben, das keins war", sagte der Referee im Anschluss.

Schiedsrichter blieb bei Fehlentscheidung
Leverkusen verhalf das Tor von Kießling zum erstmaligen Sprung an die Tabellenspitze nach 1.335 Tagen. Dabei hatte sich Kießling nach seinem Kopfball ans Außennetz bereits die Haare gerauft, ehe Brych plötzlich auf Tor entschied. Es folgten lange Diskussionen und Brych schien wenige Minuten später auch seinen Fehler eingesehen zu haben, als er das Loch im Tornetz sah. Doch der Referee blieb bei seiner Tatsachenentscheidung.

"Das ist skandalös. Es war kein Tor. Es gibt keine zwei Meinungen über diese Szene. Das war mehr als skurril", sagte Rosen. Leverkusens Sportchef Rudi Völler fühlte sich bei dem Sieg nicht ganz wohl: "Für uns war es unangenehm. So wollten wir das Spiel nicht gewinnen." Völler räumte in einem Fernsehinterview nach dem Spiel ein, der Ball sei "definitiv nicht" ins Tor gegangen. Kießling erklärte, dass er die Szene nicht gesehen habe, weil er sich nach dem Kopfball weggedreht habe.

Sidney Sam hatte seinem siebenten Saisontor (26. Minute) vor 25.213 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena den siebenten Saisonsieg von Bayer eingeleitet. Zu allem Überfluss vergab Roberto Firmino in der 83. Minute einen Foulelfmeter für Hoffenheim. Der Anschlusstreffer von Sven Schipplock zwei Minuten vor Schluss kam zu spät. Bayer verdrängte zumindest für einen Tag Titelverteidiger FC Bayern München von Platz eins.

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