„Es hat alles, was ich noch übrig hatte, in mir zerbrochen!“ Die folgenreiche Affäre mit der Familien-Haushälterin führte 2011 zum Ende der Ehe zwischen Arnold Schwarzenegger und Maria Shriver. Der Terminator hatte seiner Frau zuvor gestanden, dass Mildred Baenas Sohn Joseph von ihm stammt. Während „Arnie“ über seine Verfehlung seither offen sprach, schwieg Shriver über den demütigenden Seitensprung ihres Ex-Mannes. Bis jetzt.
In ihrem neuen Buch mit dem Titel „I am Maria“, von dem das Magazin „People“ jetzt die ersten Vorab-Auszüge veröffentlichte, gibt sie zum ersten Mal einen Einblick in ihr Seelenleben von damals.
Die Journalistin und Mitglied des Kennedy-Clans hatte Schwarzenegger 1986 geheiratet und mit ihm die Kinder Katherine, Patrick, Christina und Christopher in die Welt gesetzt. Vor dem Seitensprung-Skandal hatte Shriver beide ihre Eltern – zuerst Mutter Eunice 2009 und dann Vater Sargent Shriver 2011 – verloren. Die 69-Jährige schreibt: „Mein Vater war gerade gestorben, ich war nicht mehr (Kaliforniens) First Lady und dann kam ein weiterer, niederschmetternder und lebensverändernder Schlag: Meine 25-jährige Ehe ist explodiert.“
Herz, Geist, alles gebrochen
Für Shriver war es der Tiefpunkt von eineinhalb Jahren persönlicher Hölle, der ihr den Rest gab: „Es hat mir mein Herz gebrochen, es hat meinen Geist brechen lassen. Es hat alles, was ich noch übrig hatte, zerbrochen.“ Denn plötzlich habe sie allein da gestanden, ohne ihre Ehe, ihre Eltern oder einen Job. „Der Damm meines lebenslangen Nichtwahrhabenwollens ist geborsten. Ich war von Verwirrung, Wut, Trauer, Angst und Nervosität überwältigt.“ Shriver schreibt, dass sie damals nicht mehr wusste, wer sie war und wo sie hingehört: „Es war ehrlicherweise einfach brutal und ich war vor Angst wie gelähmt.“
Für Kinder nicht aufgegeben
Doch dann beschloss sie, sich nicht aufzugeben. Auch ihrer Kinder Willen, deren Welt durch den Verrat ihres Vaters auf den Kopf gestellt wurde – und was sie laut ihrer Mutter „mit Mut, Anstand und Tapferkeit“ ertragen haben. Shriver erinnert sich, wie sie in einem dunklen Hotelzimmer mit tränenüberströmtem Gesicht auf dem Boden saß: „Da habe ich zu mir gesagt, Maria, das darf nicht dein Ende sein.“ Was folgte, sei ein Pfad der Selbstheilung gewesen, der sie zu verschiedenen Therapeuten, Heilern, Schamanen und sogar einem Medium führte.
Am Ende führte ein längerer Aufenthalt in einem abgeschiedenen Kloster und die weisen Worte der Äbtissin zu ihrem persönlichen Durchbruch . Mutter Dolores habe sie zur Seite genommen und gesagt: „Schlag es dir aus dem Kopf, dass du hier bleiben kannst. Was du wirklich brauchst und wonach du suchst, ist die Erlaubnis, deine Ehe zu verlassen.“ Dann habe sie Shriver umarmt, deren Tränen-Dämme sich öffneten. 2021 – 10 Jahre nach der Trennung – reichte sie dann endlich die Scheidung ein.
Shriver hat das Verfassen von Gedichten, in denen sie ihre Gefühle auf Papier bringt, für sich als die beste Selbsttherapie ausgemacht: „Ich habe durch meine Poesie eine Frau entdeckt, die in Angst gelebt hat, dass sie ihrer legendären Familie nicht gerecht werden kann. Die Angst davor hatte, nicht groß genug und nicht gut genug als Tochter, Schwester, Ehefrau, Mutter und Journalistin zu sein.“ Die Nichte von John F. Kennedy hat endlich ein inneres Ventil gefunden, mit dessen Öffnen „meine unterdrückte Trauer und meine Traumata wie ein Tsunami heraussprudeln“.
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