"Nicht verhinderbar"

Zwei Basejumper stürzen sich vom Pyramidenkogel

Österreich
18.08.2013 19:00
Der gefährliche Nervenkitzel zweier Basejumper auf Kärntens neuem Aussichtsturm hat am Samstag für Aufregung gesorgt. In einer Geheimaktion schlichen sich die Adrenalinjunkies auf den Pyramidenkogel, balancierten auf dem Geländer und stürzten sich dann vor den Augen etlicher Besucher aus gut 70 Metern in die Tiefe. Der freie Fall des ersten Springers wurde auf Video festgehalten. Seitens der Betriebsleitung des Pyramidenkogels hieß es, die Aktion sei nicht zu verhindern gewesen.

Autobahnbrücken, Hochhäuser und jetzt Kärntens neuestes Wahrzeichen: Bei der illegalen und genau geplanten Geheimaktion haben die Adrenalinjunkies am Samstagabend die 70,6 Meter hohe Aussichtsplattform erklommen. "Sie dürften durch eine Nottüre in den Turm gekommen sein. Dann ging alles blitzschnell", so Alfred Mokina von der Betriebsleitung. Keiner der Mitarbeiter habe deshalb die Sprünge verhindern können.

Auf dem Video, das noch am Samstag auf YouTube veröffentlicht wurde, ist zu sehen, wie der erste Springer zuerst eine Zeit lang auf dem 1,20 Meter hohen Geländer der Aussichtsplattform balanciert, bevor er sich in die Tiefe stürzt. Offenbar versuchten einige Zuschauer noch, den Mann zur Rückkehr zu überreden. Als der Basejumper glücklich gelandet war, herrschte bei den Zuschauern allerdings allgemeiner Jubel. Wenig später soll sich dann auch noch der zweite Springer in die Tiefe gestürzt haben.

"Sometimes you have to jump ..."
Die beiden Unbekannten sollen unmittelbar nach ihren Landungen im Wald verschwunden sein. Unter dem YouTube-Video hinterließ einer der Basejumper - bzw. der Videofilmer, dessen Nickname "Prinzessin Horst" lautet - dann folgende Nachricht: "Sometimes you have to jump out of your comfort zone to feel alive."

Der Bürgermeister von Keutschach, Gerhard Oleschko, sagte gegenüber dem ORF, dass er fast schon damit gerechnet hätte, dass der neue Turm früher oder später Basejumper anziehen werde.

Abenteuer könnte rechtliche Folgen haben
Die zuständige Polizeiinspektion war nicht informiert worden. Obwohl die Sprünge illegal waren, wollen die Turmbetreiber auf eine Anzeige verzichten. Das sportliche Abenteuer könnte allerdings dennoch rechtliche Folgen nach sich ziehen, sollten die Basejumper ausgeforscht werden.

Heftige Diskussionen hatte es in den vergangenen Wochen über die Höhe des Geländers der Aussichtsplattform gegeben. Viele Besucher meinten, das Geländer sei zu niedrig, die Absturzgefahr hoch. Die planenden Architekten konterten, das Geländer entspreche exakt den geltenden Vorschriften. Die Basejumper mussten den Turm übrigens zu Fuß erklimmen, da der Lift des Ende Juni eröffneten Acht-Millionen-Bauwerks seit einigen Tagen zum wiederholten Mal außer Betrieb ist.

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