04.07.2013 19:23 |

Tour de France

"Gorilla" Greipel holt Sieg auf 6. Etappe, Impey in Gelb

Der "Gorilla" trommelte sich auf die Brust: Der Deutsche Andre Greipel hat am Donnerstag seinen ersten Etappensieg bei der 100. Tour de France eingefahren. Der kräftige 30-Jährige setzte sich auf der sechsten Etappe von Aix-en-Provence nach Montpellier im Massensprint souverän durch. Mit dem Südafrikaner Daryl Impey kletterte erstmals in der Geschichte der Frankreich-Rundfahrt ein Fahrer aus Afrika ins Gelbe Trikot.

Greipel ließ den Sprint-Assen nach 176,5 Kilometern auf der leicht ansteigenden Zielgeraden keine Chance. Der 30-Jährige setzte sich vor dem in der Punktewertung führenden Slowaken Peter Sagan, seinem Landsmann Marcel Kittel und dem Vortagessieger, Ex-Weltmeister Mark Cavendish durch - und das eindrucksvoll. "Wir waren total fixiert auf diesen Sprint. Das Team war sehr stark und konzentriert", lobte Greipel seine Kollegen von Lotto-Belisol, die den Spurt vorbereitet hatten.

Topfavorit stürzte 33 Kilometer vor Ziel
Topfavorit Cavendish war 33 Kilometer vor dem Ziel gestürzt, im Finish danach chancenlos. Greipel dagegen jubelte nach dem fünften Tour-Etappensieg seiner Karriere ausgelassen. Nur Grund zur Freude hatte sein Rennstall aber nicht. Mit Jurgen van den Broeck musste der Co-Kapitän von Lotto-Belisol nach einem Sturz wegen Kniebeschwerden aufgeben. Der Belgier, 2010 Tour-Fünfter, war als Mann für die Gesamtwertung vorgesehen. "Durch den Ausstieg waren wir ganz schön down", gestand Greipel. "Umso wichtiger war dieser Sieg."

Erstmals Gesamtführender aus Afrika
Daryl Impey löste seinen Orica-Teamkollegen Simon Gerrans als Spitzenreiter ab, der im Finish eine kleine Lücke ließ und fünf Sekunden einbüßte. Neuer Zweiter ist der Norweger Edvald Boasson Hagen vom Team Sky. Dem Youngster fehlen drei Sekunden auf Impey, der als erster Fahrer vom afrikanischen Kontinent das Gelbe Trikot überstreifen durfte. "Ich habe kurz daran gedacht. Aber als ich hierhergekommen bin habe ich nie daran gedacht, dass mir diese Ehre zuteil wird", versicherte der 28-jährige Südafrikaner.

Einen Rückschlag setzte es für den Slowenen Janez Brajkovic, der nach einem Sturz mit mehreren Fahrern elf Kilometer vor dem Ziel zu Sturz kam. Der Astana-Profi, im Vorjahr Gesamt-Neunter und 2010 Gewinner des Criterium du Dauphine, verlor mehr als zehn Minuten. Der Schwede Fredrik Kessiakoff, 2011 Sieger der Österreich-Rundfahrt, stieg wegen einer Handgelenksverletzung aus, die aussichtsreichsten Kandidaten auf den Gesamtsieg kamen ohne Probleme durch.

Am Freitag könnten noch einmal die Sprinter die erste Geige spielen, wenn es über 205,5 Kilometer und leicht hügeliges Terrain von Montpellier nach Albi geht. Am Wochenende müssen die Topfavoriten um den Briten Christopher Froome und den Spanier Alberto Contador in den Pyrenäen dann erstmals Farbe bekennen.

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