In Südkorea wurden 2800 Polizistinnen und Polizisten mobilisiert, um sicherzustellen, dass der suspendierte Präsident festgenommen wird. Freitagfrüh (Ortszeit) waren Sicherheitskräfte auf dem Weg zum Amtssitz von Yoon Suk-yeol. Zuvor hatte dieser bereits drei Vorladungen der Behörde verpasst.
Der Sicherheitsdienst hatte den Ermittlerinnen und Ermittlern jüngst den Zutritt zum Präsidentenpalast verweigert. Diesmal haben sich ungefähr 100 Angehörige des suspendierten Politikers vor dem Amtssitz versammelt, um sich der Justiz entgegenzustellen. „Mit euch werde ich bis zum Ende dafür kämpfen, das Land zu beschützen“, sagte Yoon am Neujahrstag noch in einer Botschaft an seine Gefolgsleute.
Budgetstreit und Kriegsrecht
Hintergrund sind Ermittlungen gegen den südkoreanischen Politiker, nachdem dieser vor knapp einem Monat in einem Budgetstreit mit der Opposition kurzzeitig das Kriegsrecht ausgerufen hatte. Später stimmte das Parlament für eine Amtsenthebung, das Verfassungsgericht überprüft diese Entscheidung noch.
Mit euch werde ich bis zum Ende dafür kämpfen, das Land zu beschützen.
Yoon zu seinen Gefolgsleuten
Nachdem Yoon die Vorladungen der Behörde für Korruptionsermittlung verpasst hatte, gab ein Gericht am Dienstag einem Antrag zur Festnahme statt. Ihm werden Aufruhr und Machtmissbrauch vorgeworfen. Yoons Verteidiger beantragte eine einstweilige Verfügung gegen die Anordnung und bezeichnete diese als „illegal“.
Yoon ist der erste Präsident Südkoreas, dem während der Amtszeit eine Festnahme droht. Gelingt das, haben die Ermittlerinnen und Ermittler 48 Stunden Zeit, um ihn zu befragen und zu entscheiden, ob sie einen Haftbefehl gegen den 64-Jährigen beantragen oder nicht. Die Staatsgeschäfte hat vorübergehend der bisherige Finanzminister und Vize-Ministerpräsident Choi Sang-mok übernommen.
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