Der Negativtrend am Arbeitsmarkt setzt sich fort: Mit Ende November waren über 35.000 Steirer arbeitslos gemeldet, rund 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Das ist bundesweit nach Oberösterreich der zweithöchste Anstieg. Ein wesentlicher Grund liegt in der kriselnden Industrie.
Am steirischen Arbeitsmarkt ist weiterhin keine Entspannung in Sicht – im Gegenteil. Mit Stand Ende November waren 35.120 Personen beim steirischen AMS als arbeitslos gemeldet, das bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein kräftiges Plus von 15,2 Prozent. Einschließlich Schulungsteilnehmern sind aktuell sogar 43.687 Steirer ohne Job.
Anstieg wie in Krisenjahren 2009 und 2020
Nur in Oberösterreich – neben der Steiermark das zweite wichtige Industrieland Österreichs – ist die Arbeitslosigkeit noch stärker gestiegen (19,6 %). Die schwächelnde Industrie ist auch ausschlaggebend für die angespannte Lage am steirischen Arbeitsmarkt. Einen derart starken Anstieg von einem Jahr auf das andere gab es laut AMS in den letzten 30 Jahren nur in den Krisenjahren 2009 (Finanzkrise) und 2020 (Corona-Pandemie).
In den Bezirken ist die Arbeitslosigkeit in Weiz am stärksten gestiegen (+ 29,6 %), am wenigsten in Leoben (1,3 %).
AMS kämpft mit Personalknappheit
Sorgen bereitet dem steirischen AMS-Landesgeschäftsführer Karl-Heinz Snobe angesichts dieser Situation die Bewältigung der Winterspitze: „Wir planen gerade Personalumschichtungen, um über die anstrengenden Wintermonate von Mitte Dezember bis Februar die tausenden Arbeitslosengeldanträge zeitgerecht zu bearbeiten. Unser Backoffice-Team wird Überstunden leisten und muss von den Beratern für Kunden unterstützt werden, sonst geht sich das nicht mehr aus.“
Eine Besserung der Lage ist laut dem AMS-Boss aktuell nicht absehbar. Angesichts der Wachstumsprognose für 2025 dürfte die Arbeitslosigkeit sogar noch weiter zulegen.


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