Über rund 1,2 Kilometer Länge hätte sich nach den Plänen zweier Unternehmer das Schotter-Förderband vom Hartsteinwerk Loja über den Donaustrom gespannt. Warum dieses Großvorhaben jetzt doch nicht umgesetzt werden soll.
Monatelang hielt ein wahres Mega-Projekt die Bewohner des Nibelungengaus im Bezirk Melk in Atem. Denn das Hartsteinwek Loja plante, gemeinsam mit dem Baumaterialriesen Bernegger ein über einen Kilometer langes Schotter-Förderband vom Donauufer bei Persenbeug über den Strom nach Krummnußbaum zu errichten – die „Krone“ berichtete.
Widerstand erschwert
Im Rahmen der Fluss-Querung wäre auf Krummnußbaumer Seite eine mehrgleisige Verschubstation samt meterhohen Betonsilos gebaut worden. Was Proteste gegen das Vorhaben erschwerte: Es würde bei Umsetzung unter der Zuständigkeit des Bergbaurechts abgewickelt.
Proteste wegen Staub und Lärm
Schon bald, nachdem die mögliche Konkretisierung des Vorhabens ruchbar wurde, regte sich Widerstand in der Region. Denn der Felsbruch der Firma Loja expandiere seit Jahren, berichteten Aktivisten der Bürgerinitiative Pro Nibelungengau unter der Führung der ehemaligen Landesrätin und Staatssekretärin Christa Kranzl: „Staub und Lärm durch die Sprengungen sorgen immer wieder für Ärger dies- und jenseits der Donau.“
Entscheidung am Verhandlungstisch
Letztlich dürfte sich aber auch auf Landesebene eine gewisse Skepsis gegen das Förderband-Projekt durchgesetzt haben. Denn nach einem finalen Gespräch von Landesvize Stephan Pernkopf und Nationalrat Georg Strasser mit Loja-Eigentümer Alexander Habsburg sowie Kurt Bernegger gab es jetzt die gute Nachricht für die Anrainer: „Jetzt ist klar, das Donau-Förderband wird nicht kommen!“
Langwierige Verfahren
Habsburg konkretisierte: „Wir ziehen das Projekt zurück.“ Zu viele offene Punkte, der Widerstand in der Region und auch Bemühungen von Bürgermeister Bernhard Kerndler gegen das Vorhaben hätten „ein schwieriges und langwieriges Genehmigungsverfahren erwarten lassen“. Darauf wollten es die beiden Unternehmer offenbar nicht anlegen. Habsburg abschließend: „Wir wollen als Arbeitgeber und Wirtschaftsbetrieb ein guter Partner für die gesamte Region sein. So handhaben wir das schon seit Generationen. So soll es auch in Zukunft sein.“
Dieser Einsatz hat viel Kraft gekostet, aber der Rückzug des Projekts ist für mich der größte Erfolg.
Bernhard Kerndler, Bürgermeister von Krummnußbaum
Große Erleichterung
Pernkopf dankte den Unternehmern, dass sie das Wohl der Region an erste Stelle gestellt hatten. Und Ortschef Kerndler sprach nach der Entscheidung gegen das Förderband von einem „Tag der Erleichterung“.
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