Nach der hitzigen Landtags-Diskussion um die Ableitungen des Ötztaler Wassers für das Kraftwerksprojekt schaltet sich der Tiroler Umweltanwalt ein: Er fordert naturverträgliche Kraftwerke und sieht dafür nur eine Lösung.
Diese Woche trafen Experten in Wien bezüglich Renaturierungs-Verordnung der EU zusammen. Auch der stellvertretende Tiroler Umweltanwalt Walter Tschon war dabei. „Die Mitgliedsstaaten sollen bekanntgeben, welche konkrete Maßnahmen sie setzen wollen. Bis 2026 haben sie Zeit“, berichtet Tschon.
„Moorzerstörungen im Platzertal im Ausmaß von rund 6,5 Hektar“
Besondere Bedeutung kommt dabei dem geplanten Ausbau des Kraftwerks Kaunertal zu: „Dafür sind Moorzerstörungen im Platzertal im Ausmaß von rund 6,5 Hektar – rund neun Fußballfelder – vorgesehen. Damit liegt das Land Tirol im gesamten mitteleuropäischen Raum konkurrenzlos an erster Stelle, wenn es darum geht, Moore großflächig zu zerstören“, kritisiert Tschon.
Er fordert den Stopp des UVP-Verfahrens für das Kraftwerk Kaunertal in der derzeit beantragten Projektvariante, denn „Klimaschutz und Naturschutz gehören zusammen“.
Tiwag soll über die Grenzen blicken
Tschon betont, nicht gegen Kraftwerke zu sein: Seit 2012 seien zumindest 42 neue Wasserkraftwerke projektiert und genehmigt worden, ein Großteil in enger Abstimmung mit der Landesumweltanwaltschaft. Speziell große Wasserkraftwerke würden ausdrücklich befürwortet, „sofern diese entsprechend umweltoptimiert geplant werden. Man möge sich ein Beispiel am Kopswerk II in Vorarlberg nehmen!“
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.