Mo, 20. August 2018

Spritspar-Abzocke

24.05.2006 10:50

Der Schwindel mit den Wundermitteln

Wir Autofahrer werden nicht nur als Melkkühe missbraucht, immer mehr dubiose Zubehöranbieter wollen uns auch noch für dumm verkaufen! Gefinkelte Geschäftsleute wollen uns zusätzlich Geld aus der Tasche ziehen, indem sie uns Spritspar-Wundermittel andrehen, die nichts bringen!

"Bis zu 20 Prozent weniger Spritverbrauch, einfache Montage ohne Werkzeug und Fachkenntnisse", damit wirbt ein Online-Auktionshaus für "Expander" Magnetgeräte, die den Kraftstoffverbrauch in Fahrzeugen um bis zu 20 Prozent reduzieren und für eine bessere Arbeit des Vergasers und der Einspritzdüsen sorgen sollen. 35 Euro kostet das "Wunderding". "Dahinter steckt leider - trotz hoch technischer Erklärungsversuche - gar nichts", warnt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl die Autofahrer. "35 Euro für null Wirkung sind selbst für einen Versuch zu viel".  

Die Hersteller versprechen, den Spritverbrauch zu senken und die Motorleistung zu steigern. Die Geräte sollen die Zündung beziehungsweise den Kraftstoff beeinflussen. "Alle unsere bisherigen Tests haben aber gezeigt, dass keine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs nachgewiesen werden kann", erklärt Kerbl. Der ÖAMTC hat gemeinsam mit seinem deutschen Schwesterclub ADAC drei Spritspargeräte getestet, die über Online-Auktionshäuser angeboten wurden. Das Ergebnis fiel nüchtern aus, in keinem Fall gab es die versprochenen Kraftstoffeinsparungen.

Tabletten und Wässerchen für den Tank
In der Hoffnung doch ein wenig Sprit zu sparen, gehen gutgläubige Autofahrer den Herstellern immer wieder auf den Leim. Neben Spritspargeräten werden zunehmend Substanzen, die man dem Kraftstoff beimengt, angeboten. "Wir haben eine Pille, die man in den Tank geben und damit bis zu 20 Prozent Sprit sparen kann", erzählte ein "Spritspar-Anbieter" vor kurzem dem ÖAMTC-Techniker am Telefon. Auch diesem "Mittelchen" steht der Experte kritisch gegenüber. "Wir verbuchen derzeit massig Anfragen von Autofahrern, was sie dem Sprit beimischen können, um den Verbrauch zu reduzieren. Doch auch bei den Benzinsparmitteln liegt die Wahrscheinlichkeit, dass sie nichts bringen bei über 99 Prozent. Die Ersparnis beim Kraftstoffverbrauch durch diese Substanzen ist so minimal, dass sie sich mit dem Kaufpreis des Spritsparmittels ohnehin wieder aufhebt."

Motorschaden durch Additive!
Gefährlich können Additive für das Motoröl sein. Sie wirken sich in jedem Motor anders aus und können im Extremfall sogar zum Motorschaden führen, weil sie Klumpen bilden können oder der Schmierfilm abreißt.

Teile dürfen gar nichts bringen
Letztlich dürfen sämtliche Zubehörteile gar keine Verbrauchsverbesserung bewirken, warnt der ÖAMTC-Techniker. „Ließe sich ein Effekt feststellen lassen, müsste das Teil von einer Fachwerkstatt eingebaut, in die Papiere eingetragen und typisiert werden“. Schließlich ändert sich mit geändertem Verbrauchsverhalten auch die Abgaszusammensetzung. 

Wer beim Sprit sparen will, sollte einfach seine Fahrweise ändern. Dabei sind ohne weiteres 20 Prozent Verbrauchsvorteil drin! Und sparen kannst du auch beim Spritpreis, das Spritbarometer sagt dir, wo du günstiger tankst!

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