Bereits kurz nach dem Überfall hatten die Beamten einen der mutmaßlichen Täter im Bezirk Landstraße geschnappt. Der 38-jährige Serbe zeigte sich bei der Einvernahme geständig und dürfte schließlich auch sein Schweigen über die weiteren Beteiligten an der Straftat sowie die Hintermänner gebrochen haben.
Die Festnahmen der elf weiteren Verdächtigen erfolgten "im Laufe der letzten Tage", sagte Polizeisprecher Thomas Keiblinger am Donnerstag. Für neun Personen klickten in Wien die Handschellen, zwei weitere mutmaßliche Täter wurden in Ungarn festgenommen. Sie sitzen dort in Haft, eine Auslieferung wurde laut Keiblinger bereits beantragt.
"Kleiner Teil der Beute fehlt"
Nähere Angaben zu den Festnahmen machte der Sprecher nicht, nur soviel, dass alle vier Täter, die am Dienstag gegen Mittag den Juwelier in der Wollzeile überfallen haben, gefasst seien. Ein Großteil der gestohlenen Uhren wurde sichergestellt, "ein kleiner Teil der Beute fehlt", erklärte der Polizeisprecher.
Klar ist mittlerweile, dass es sich bei den insgesamt zwölf festgenommenen Verdächtigen um Mitglieder der "Pink Panther"-Bande handelt. Die Polizei hofft nun auch auf die Klärung weiterer Taten, die der Vereinigung zugerechnet werden. "Alle Überfälle, die dem Vorgehen der 'Pink Panther' entsprechen, werden abgeklärt", sagte Keiblinger.
Vitrinen mit Axt eingeschlagen
Bei dem Überfall auf den Uhren- und Schmuckhändler Edmund Arnold in der Wollzeile waren vier Angestellte - zwei Frauen und zwei Männer - im Geschäftslokal gewesen. Einer der vier Räuber bedrohte das Personal mit einer Pistole. Seine Komplizen schlugen mit einer Axt eine Vitrine ein und rafften Uhren an sich, berichtete Polizeisprecherin Camellia Anssari.
Die Täter dürften jedoch die falsche Vitrine erwischt haben. In zwei anderen - unbeschädigt gebliebenen - Schaugläsern befanden sich nämlich wesentlich teurere Uhren und Schmuckstücke. Die Räuber hatten einen roten Audi in der Nähe abgestellt. Mit diesem Fahrzeug flüchteten sie nach dem Coup in die Postgasse, wo sie den Wagen zurückließen.
Juwelier schon zum zweiten Mal überfallen
Der Juwelier Arnold war bereits zum zweiten Mal Schauplatz eines Überfalls. Bei den geraubten Stücken handelte es sich um Secondhandwaren.
Auch in Kärnten gelang es den Ermittlern nach einem Überfall auf einen Juwelier Anfang März, zwei Tatverdächtige zu identifzieren (Bericht siehe Infobox). Auch in diesem Fall soll laut Polizei zumindest einer der mutmaßlichen Täter ein Mitglied der "Pink Panther"-Bande sein.
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