Fr, 17. August 2018

Nach Niederlagen

16.09.2005 16:05

Leverkusen trennt sich von Trainer Augenthaler

Bayer Leverkusen hat für die erste Trainer-Entlassung der laufenden Saison der Deutschen Fußball-Bundesliga gesorgt. Nur einen Tag nach der 0:1-Heimniederlage gegen ZSKA Sofia im UEFA-Cup gab der Tabellen-Zwölfte die Trennung von Klaus Augenthaler bekannt. Damit zog der Verein die Konsequenzen aus dem schlechtesten Bundesliga-Start seit 23 Jahren mit nur einem Sieg aus vier Spielen.

Wie schon im Oktober 2000 soll Sportdirektor Rudi Völler als Interimscoach aushelfen: Der ehemalige DFB-Teamchef wird am Sonntag beim Spiel in Duisburg auf der Bank sitzen. "Um die Ziele nicht zu gefährden, mussten wir diesen Weg gehen. Ich bin froh, dass wir mit Rudi Völler einen anerkannten Fachmann in unseren Reihen haben", sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser am Freitag.

Damit geht die seit dem 13. Mai 2003 währende Amtszeit von Augenthaler zu Ende. Der 47-jährige Weltmeister von 1990 und ehemalige GAK-Coach hatte Bayer damals mit zwei Siegen im Saisonendspurt vor dem Abstieg bewahrt und ein Jahr später in die Champions League geführt. Im Anschluss an das 0:1 gegen Sofia hatte Augenthaler Kritik an der Vereinsführung geübt und ihr Ungeduld mit vielen jungen Spielern im Kader vorgeworfen.

Für Völler ist es eine Rückkehr auf den Trainerstuhl in Leverkusen. Nach dem Abgang des als Drogenkonsumenten überführten Ex-Austria-Trainers Christoph Daum hatte der 45-Jährige schon einmal dem Werben des Vereins nachgegeben.

"Ich sehe mich im Moment als jemand, der in schwieriger Situation einspringt", meinte Völler und fügte hinzu: "Ich werde es aber mit aller Freude, Macht und Zuversicht machen." Offen ist allerdings noch, ob es ein Intermezzo oder eine Dauerlösung sein soll. "Das werden wir nach ein, zwei Spielen entscheiden", erklärte der 45-Jährige, der ergänzte: "Ich sehe mich schon mehr am Schreibtisch als auf dem grünen Rasen."

Schließlich hatte ihm sein bisher letztes Trainer-Engagement im August 2004 als Coach der AS Roma wenig Vergnügen bereitet: Schon nach 25 Tagen trat er zurück.

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