Prock-Schauer ist ein alter Hase in der Luftfahrt. Nach seinem Karrierestart in der AUA ging er 2003 als Chef der privaten Fluggesellschaft Jet Airways nach Indien, die er 2005 erfolgreich an die Börse brachte. Davor saß er auch eine Zeit lang im Führungsgremium der Star Alliance.
"Der kleine Wolfi und der große Wolfi"
Als er 2009 nach Europa zurückkam, um für den ebenfalls aus Österreich stammenden Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber die britische BMI (British Midland) zu sanieren, erinnerten sich deutsche Medien noch an alte Scherze zwischen den beiden Airline-Managern: "Ich bin der kleine Wolfi und das da drüben ist der große Wolfi", beschrieb Prock-Schauer der "Süddeutschen Zeitung" sein Verhältnis zu Mayrhuber. Allein: Bei der BMI-Sanierung hatte der Österreicher keine glückliche Hand. Die Airline musste voriges Jahr mit hohen Verlusten an die British Airways verkauft werden.
Auch Air Berlin kämpft seit Jahren gegen Verluste. Um die Bilanz zu verbessern, trennt sich die Airline gerade von ihrem Vielfliegerprogramm. Die Hilfe dabei kommt freilich aus der "Familie": Großaktionär Etihad, der mit 29 Prozent bei Air Berlin eingestiegen ist und schon vor mehr als einem Jahr mit einer rettenden Kapitalspritze aushelfen musste, hat angekündigt, die Mehrheit am Air-Berlin-Vielfliegerprogramm "Topbonus" zu übernehmen. Air Berlin spült der Deal einen dreistelligen Millionenbetrag in die Kassen.
Air Berlin mitten im Sparprogramm
Um Kosten zu sparen, geht es auch bei der deutschen Fluglinie um Mitarbeiterabbau, unrentable Strecken werden gestrichen, Flugzeuge verkauft. Die österreichische Tochter Niki bleibt nicht ungeschoren: Mit dem Sommerflugplan werden die Strecken Wien-Sofia, Wien-Belgrad und Wien-Bukarest gestrichen. Dafür werden andere, touristische, Ziele verstärkt von Wien aus angeflogen, im Sommer vor allem Griechenland.
Ein dreistelliger Millionenbetrag dürfte auf der anderen Seite gleich durch die teuren Verzögerungen beim Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg verbrannt werden (siehe Infobox). Air Berlin zieht gegen den Flughafenbetreiber vor Gericht. Es geht um Schadenersatz. Air-Berlin-Vorstand Paul Gregorowitsch sprach im November vor österreichischen Journalisten von einem "dreistelligen Millionenbetrag", den das Airport-Debakel die Airline kosten werde. "Eine totale Katastrophe."
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