Casino-Betreiber locken in Österreich bereits gesperrte Spielsüchtige ins Ausland. Die steirische Anwältin Julia Eckhart, die selbst Opfer geht nun gegen einen von ihnen vor und hat bereits einen Erfolg zu vermelden. Streitwert: 180.802 Euro!
Monatelang wurde die steirische Spieleranwältin Julia Eckhart von einem Detektiv verfolgt. Er brachte sogar einen Peilsender an ihrem Wagen an, um ihr auf den Fersen zu bleiben (wir berichteten). Bis er von einem Hotel-Mitarbeiter erwischt wurde. Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt.
Die Juristin lässt sich aber nicht einschüchtern. Im Gegenteil, sie hat bereits den nächsten Erfolg gegen einen vermeintlich übermächtigen Glücksspielkonzern eingefahren. Seit seinem 15. Lebensjahr ist ihr Mandant spielsüchtig und nun in allen Wiener Casinos gesperrt. Um weiter zocken zu können, wich er nach Tschechien aus. „Viele machen das“, sagt Eckhart. Die grenznahen Casinos seien auf österreichische Kunden ausgerichtet: „Man kann in Euro zahlen, die Werbung ist auf Deutsch, Mitarbeiter sprechen Deutsch“, sagt sie. Daher, und weil EU-Recht, hielt sie es für möglich, den Schaden am Handelsgericht Wien einzuklagen. Streitwert: 180.802 Euro!
Und das Gericht gab ihr mit der Zuständigkeit recht. Dem betroffenen Betreiber passt das natürlich nicht, er hat Rechtsmittel erhoben.
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