Wie fit fühlen sich die steirischen Lehramtsstudenten, um Europa-Bildung künftig an unseren Schulen unterrichten zu können? Diese Frage ist der Kern einer aktuellen Studie, an der 627 künftige Lehrer teilgenommen haben. Gleich vorweg: Es gibt noch Nachhilfebedarf!
Die Finanzkrise von 2008 ging in eine Schuldenkrise über, 2015 dominierte die Flüchtlingskrise, 2020 kam der Einschnitt mit der Corona-Krise, 2022 schockte der russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Seit Jahren befinden wir uns im Krisenmodus – und besonders betroffen sind die Kinder. Nicht nur zu Hause stellen sie viele Fragen, auch in der Schule wollen sie mehr über die vielfachen Konflikte in ihrem Lebensumfeld erfahren.
Wie blicken die Lehramtsstudenten an den steirischen Unis, also unsere künftigen Pädagogen, auf Europa in diesen Krisenzeiten? Bekommen sie beim Studium genug Rüstzeug mit, um im späteren Unterricht – etwa im Fach Geschichte und politische Bildung – sattelfest zu sein?
Wunsch nach mehr Europa-Bildung
Fragen wie diese wurden Studierenden geisteswissenschaftlicher Fächer und von Geografie in einer Studie gestellt, die zwischen Dezember und März in der Steiermark durchgeführt wurde. Das Ergebnis: Es gibt noch Nachhilfebedarf! Das Wissen über Europa rührt vielfach noch von der eigenen Schulzeit her oder stammt von klassischen Medien.
Die überwiegende Mehrheit möchte das Thema in den Klassen zwar beackern, fühle sich im Moment aber noch unsicher. „Die Studenten brauchen dazu Unterstützung, die Schwierigkeit liegt in der Komplexität des Themas“, berichtet Studienleiterin Britta Breser, die an der Uni Wien und Graz forscht und lehrt, der „Krone“.
Ebenfalls interessant: Nur 18 Prozent der Studienteilnehmer geben an, selbst bereits im Rahmen ihres Studiums, ihrer Schul- bzw. Berufsausbildung oder ihrer Arbeit mindestens zwei Monate außerhalb von Österreich verbracht zu haben. Davon waren lediglich acht Prozent während eines Erasmus-Aufenthalts unterwegs. „Derzeit werden die Lehrpläne für das Lehramtsstudium überarbeitet. Wir sehen die Untersuchung als Chance, Europa-Bildung nun stärker zu integrieren“, sagt die Professorin. Die Schule dürfe zudem die Tür nicht „vor aktuellen Themen zu verschließen“ und solle das Thema Europa nicht nur etwa vor EU-Wahlen, sondern dauerhaft behandeln.
Amon: „Europa in den Schulen verankern“
Unterstützung kommt jedenfalls von Bildungs- und Europalandesrat Werner Amon: „Mein Ziel ist es, Europa in die Steiermark zu bringen. Deshalb müssen wir Europa-Bildung in den Schulen verankern und auch die Studierenden und Lehrenden entsprechend ausbilden.“
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.