Ihre Antwort fällt unmissverständlich aus: "Ja, ich will der neuen Regierung wieder als Finanzministerin angehören." Und Fekter wäre nicht Fekter, gäbe es nicht auch noch den kecken Nachsatz, ob sie denn etwa so aussehe, als wolle sie nicht mehr Finanzministerin sein? "Mir macht diese Aufgabe Freude, und ich kann es auch", lässt die Ministerin an ihrer Entschlossenheit keinen Zweifel offen.
Voting in der Infobox: Soll Maria Fekter Finanzministerin bleiben?
Tatsächlich strahlt Maria Fekter alles andere als Amtsmüdigkeit aus. Ihre Begeisterung über das politische Spitzenamt, das als fast ebenso einflussreich wie das des Kanzlers gilt, wirkt durch und durch ehrlich. Und als eines der raren Regierungsmitglieder bräuchte sie als wohlhabende Ex-Unternehmerin schon längst nicht mehr zu arbeiten.
Signal an ÖVP-Freunde
Fekters deutliches Bekenntnis, Finanzministerin bleiben zu wollen, ist vor allem ein Signal an ihre Freunde in der ÖVP. In den eigenen Reihen war es zuletzt ordentlich rundgegangen, und Parteichef Michael Spindelegger hatte deutliche Begehrlichkeiten am Amt des Finanzministers erkennen lassen. Eine Funktion, von der sich Spindelegger offenbar in erster Linie eine stärkere Medienpräsenz erwartet hatte. Der Ausgang dieses kleinen Machtkampfs zwischendurch ist bekannt.
Fekter versäumt es nicht, darauf hinzuweisen, dass sie durch ihre universitäre Ausbildung und praktische Erfahrung als Unternehmerin für den Job der Finanzministerin qualifiziert ist. Und das kann in der Regierung nicht jeder von sich behaupten. Dass sich an ihrer Art die Geister scheiden, streitet Fekter gar nicht ab: "Mir ist bewusst, dass ich polarisiere, aber ich spüre eine hohe Zustimmung zu mir und zu meinem Kurs."
Langer Weg zur Euro-Genesung
Bleibt die Frage, ob Fekter bei ihren Persönlichkeitswerten nicht Bekanntheit mit Popularität verwechselt. Dennoch hält sie sich trotz der vielen unerfreulichen Themen auf Euro-Ebene wacker. Eine Stressfestigkeit, die sie noch brauchen wird. Denn trotz der aktuell positiveren Stimmung ist Europa lange nicht über dem Berg. Wie beschwerlich der Weg zur Genesung des Euro noch wird, zeigte trotz aller Bemühungen, Optimismus zu verbreiten, auch der jüngste Finanzminister-Gipfel.
Mit einem Wirtschaftsaufschwung wird erst irgendwann im nächsten Jahr gerechnet. Bei der Gründung einer Bankenunion, ein gesamteuropäisches Aufsichtssystem über alle 6.000 Banken in der EU, laufen noch heftige Diskussionen. Und auch beim Lieblingsthema von Kanzler Werner Faymann, der Finanztransaktionssteuer, könnte frühestens zu Weihnachten Klarheit herrschen.
Und dann bleibt noch der Dauerbrenner Griechenland. Wenn jetzt auch politisch feststeht, dass die Griechen so oder so in der Euro-Zone bleiben dürfen und eine Gnadenfrist auf die nächste folgen wird: Auf Dauer kann das Spiel auf Zeit teurer werden, als es ohnehin schon ist. Ein Umstand, den Maria Fekter früher oder später spüren wird. Und weil Maria Fekter Finanzministerin bleiben will, gibt es für sie kein Entkommen.
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