In der Tiroler Gemeinde Kramsach brodelt es ordentlich. Auf dem Hof des Vize-Bürgermeisters würden Baubescheide fehlen, kritisiert die Opposition. Der Beschuldigte weist die Vorwürfe zurück und klärt auf.
Der Haflingerhof am Reintaler See in Kramsach ist ins Visier der hiesigen Opposition geraten. Sie wittert dort einen Schwarzbau: Konkret geht es um ein Carport und die Überdachung eines Mistplatzes. „Die ersten Säulen stehen bereits. Dafür gibt es aber noch keine Widmung. Bei der Fundierung des Carports stand eine Mauer bereits vor der Bauverhandlung“, klärt Oppositionsführer Manfred Lechner auf. Bei beiden Bauten sei demnach nicht alles ordnungsgemäß über die Bühne gegangen, so die Kritik.
Wir haben Einfriedungen gemacht. Das waren alles Sachen, die ich zuerst mit der Rechtsabteilung und dem Bauernbund geklärt habe.
Markus Vögele, Vize-BM Kramsach
An die Öffentlichkeit brachte Lechner das Thema deshalb, weil es sich beim Bauherrn um keinen Unbekannten in Kramsach handelt: Vize-BM Markus Vögele. In einem Mail an den Bürgermeister habe Lechner den Missstand aufgezeigt und auch Vögele „mitlesen lassen und stets informiert.“
Vize weist Vorwürfe von sich und spielt Ball zurück
Der Beschuldigte weist auf Anfrage der „Krone“ alle Anschuldigungen zurück und klärt auf: „Dem muss ich widersprechen. Es geht nicht um ein Carport, sondern um einen Zaun, der abgebaut und dafür fünf Pfosten aufgestellt wurden. Wir haben Einfriedungen gemacht. Das waren alles Sachen, die ich zuerst mit der Rechtsabteilung und dem Bauernbund geklärt habe.“ Er habe sich bereits im Vorfeld darüber erkundigt, lediglich auf seinem Hof 200 Quadratmeter Boden verlegt und schließlich rund 30 Zentimeter tiefe Einfriedungen gemacht. Solange es der Ortsüblichkeit entspreche, könne er dies auch machen.
Die Opposition kümmert sich um Sachen, um die man sich nicht kümmern sollte.
Markus Vögele, Vize-BM Kramsach
Das Carport, wie es ihm vorgeworfen wird, stehe nicht. Die Miststelle, die von seinen Widersachern angeprangert wird, liege bei der Gemeinde – die soll bald der Raumordnung übergeben werden. Zugleich kontert Vögele seinen Kritikern und schießt zurück: „Die Opposition kümmert sich um Sachen, um die man sich nicht kümmern sollte. Jetzt ist die ehemalige Bürgermeister-Liste beleidigt, weil man sie abgewählt hat.“
Es gibt irgendwo Grenzen und Spielregeln, an die man sich halten muss. Und als Amtsträger schon zweimal. Alle anderen Kramsacher müssen sich auch an die Regeln halten.
Manfred Lechner, Oppositionsführer
Bau-Ärger trübt Freude über wachsenden Betrieb
Lechner betonte im Gespräch mit der „Krone“, dass er nichts gegen den Bau an sich habe. Im Gegenteil – er freue sich über einen florierenden Wirtschaftsbetrieb in der Gemeinde und habe eine andere Widmung am Haflingerhof ebenfalls mitgetragen. Sauer stoße ihm lediglich auf, dass sich der Vizebürgermeister nicht an die Regelungen hält: „Es gibt irgendwo Grenzen und Spielregeln, an die man sich halten muss. Und als Amtsträger schon zweimal. Wir sind nun mal dazu da, um ihnen auf die Finger zu schauen. Alle anderen Kramsacher müssen sich auch an die Regeln halten.“
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.