So, 20. Jänner 2019

Trend "Home Staging"

27.07.2012 10:55

So wird man sein Haus schneller zum besseren Preis los

"Home Staging" nennt sich ein bei uns neuer Trend am Immobilienmarkt. Gemeint ist damit die professionelle Inszenierung des zum Verkauf oder Vermietung stehenden Objektes. Mit oft recht einfachen, aber gekonnt eingesetzten Mitteln sollen laut einschlägigen Studien nicht nur der Verkaufszeitraum deutlich verkürzt, sondern auch der Preis selbst um bis zu 15 Prozent kräftig erhöht werden können.

Die wichtigsten Grundregeln des Home Stagings sind einfach und einleuchtend: Der erste Eindruck entscheidet – und entschieden wird in erster Linie nicht mit Verstand und Hirn, sondern mit allen Sinnen aus dem Bauch heraus.

Was in der Theorie so einfach klingt, erfordert in der Praxis allerdings eine Menge geschultes Know-how. Denn Hauptfehler Nummer 1: Abgezielt wird bei vielen Verschönerungsmaßnahmen noch immer viel zu oft auf den eigenen Geschmack. Und das kann dann auch gründlich schiefgehen.

In den USA ist das professionelle Herausputzen von Immobilenprojekten bereits längst etabliert, ausgehend vom skandinavischen Raum schwappt die Home-Staging-Welle jetzt auch auf Österreich über.

Schmücke die Braut!
Warum aber überhaupt dieser internationale Trend-Erfolg? Denn Immobilien punkten doch generell als sichere Wertanlage, und der Verkauf müsste doch auch ohne jede Aufmotz-Strategie gerade jetzt leichter denn je klappen?

Stimmt schon, dass das Motto "Grundbuch statt Sparbuch" stark den Markt beherrscht. Aber: Nicht jede Immobilie in jeder Lage ist auch tatsächlich Gold wert. Zusätzlich werden aufgrund der vermeintlich sehr hoch erzielbaren Preise gerade heute viele Immobilien zum Verkauf ausgeschrieben. Der Käufer hat also die Qual der Wahl – und will für sein Geld auch viel geboten bekommen.

"Immobilien-Interessenten informieren sich über einen längeren Zeitraum hinweg sehr ausführlich über die angebotenen Objekte. Steht z.B. ein Haus oder eine Wohnung über Monate hinweg erfolglos zum Verkauf, dann fällt dies auf und vermittelt bei potentiellen Interessenten den Eindruck, dass eben irgendetwas mit dem Angebot nicht stimmen kann", so Katrin Erhart von der Immobilienagentur real estate & property, die als eine der ersten in Österreich professionelles Home Staging anbietet.

"In der Praxis ist dies nicht immer einfach. Denn vielen fehlt bei uns noch das wirkliche Verständnis dafür, in die Präsentation des Objektes zu investieren", so Erhart. Und das trotz nachgewiesenem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis. Denn vor allem auch bei Mietobjekten stehen die Leerzeiten (und die dadurch verlorenen Einnahmen) häufig in keiner Relation zu den Kosten von Home-Staging-Maßnahmen.

Der erste Eindruck zählt
"Der erste Eindruck ist entscheidend – eine zweite Chance gibt es nicht", so das wichtigste Motto jedes Home Stagings. Wobei der erste Eindruck schon bei der Anfahrt und nicht erst nach dem Betreten des Hauses beginnt: Ein in die Jahre gekommener Gartenzaun, eine nicht mehr frische Fassadenfarbe oder sogar ein ungemähter Rasen können sich als Stolpersteine für den gesamten Verkauf oder die Vermietung herausstellen.

Sowieso klar? Leider nein. Denn die Praxis belegt bei uns, dass vor allem bei zum Verkauf ausgeschriebenen Objekten nicht einmal mehr das Nötigste von den Eigentümern investiert wird. "Das geht mich eigentlich ja gar nichts mehr an" oder "Darum soll sich dann der neue Eigentümer kümmern" sind die häufigsten Argumente in diesem Zusammenhang.

Einschlägige Studien belegen deutlich, dass der erste Eindruck häufig bereits kaufentscheidend ist. Von einem gepflegten Außenbild wird ganz instinktiv darauf geschlossen, dass auch der Rest des Hauses samt technischem Innenleben gut gewartet und in Schuss gehalten wurde.

Auch kleinere Reparaturen sollten besser vom Eigentümer selbst durchgeführt werden – andernfalls geben sie für den möglichen Käufer ein gutes Argument ab, den Preis zu drücken.

Peinliche Sauberkeit im gesamten Haus ist ebenfalls ein Muss. Vor allem im so wesentlichen Bad- und Sanitärbereich sollte wirklich jede Fuge peinlichst genau auch auf noch so kleine Schimmelstellen und Schmutz untersucht werden.

Weitere wichtige Tipps:

  • Neutrale Präsentation: Die Räume sollten so unpersönlich wie möglich präsentiert werden. Das heißt, sämtliche persönliche Gegenstände wie Bilder, Erinnerungsfotos etc. werden weggeräumt. Dies erleichtert potentiellen Käufern die Identifizierung mit dem Objekt.
  • Überlegte Einrichtung: Angeräumt dürfen die Räume nicht sein – aber auch nicht leer. Denn leere Räume wirken kleiner, als sie tatsächlich sind, da der Betrachter ohne Möbel leichter das Raumgefühl verliert. Wenige, aber dafür sorgfältig ausgewählte (hochwertige!) Möbelstücke platzieren. Aber Achtung: Zu große Möbelstücke verkleinern den Raum!
  • Besonderheiten unterstreichen: Die moderne Küche oder der gemütliche Kamin – so gut wie jedes Objekt hat seine Besonderheiten. Diese gilt es, in den Mittelpunkt zu stellen.
  • Guter Duft: In den arabischen Ländern seit jeher Tradition, setzt sich auch bei uns immer mehr die Erkenntnis durch, dass Raum-Düfte wesentlich zum Wohlfühlen beitragen. Vor Besichtigungen stets auch gut die Räume durchlüften! Achtung: Bei den Düften nicht übertreiben und möglichst neutrale Duft-Kompositionen dezent einsetzen. Tipp: Zirbenholz-Säckchen in Objekten in ländlicher Gegend.
  • Mit Licht arbeiten: Schöne Lampen sind nicht nur stets ein optischer Eye-catcher, ein gutes Beleuchtungskonzept trägt auch viel zur Wohlfühl-Stimmung bei – und kann so manche dunkle Ecke ausgleichen.
  • Dekoration: "Schon ein einfacher Blumenstrauß an der richtigen Stelle platziert, kann viel zum Wohlfühlen der möglichen Käufer beitragen", weiß Erhart. Auch das Dekorieren des Badezimmers hat sich in der Praxis gut bewährt.

Übrigens: Home Staging gilt mittlerweile auch als heißer Tipp für alle, die zwar nichts zum Verkaufen haben - aber sich selbst in den eigenen vier Wänden einfach wohler fühlen wollen!

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Weltcup: Niskanen-Sieg
Langlauf: Hauke holt als 23. in Otepää Punkte!
Wintersport
Biathlon: Hauser 13.
Eberhard in Ruhpolding nur von Bö geschlagen
Wintersport
Plastik für den Papst
PVC-Helme aus 3D-Drucker für Schweizer Garde
Elektronik
Margreitter kommt
LIVE: Nürnberg gegen Berlin, Schalke - Wolfsburg!
Fußball International
Neuer Stürmer
Bald Rapidler? Maurides im Anflug auf Wien
Fußball National
„Akribisch“ ermittelt
Überfall auf Trafik geklärt: Steirer festgenommen
Burgenland
Sperren in Innenstadt
Grazer Akademikerball: Kleine Demo, viel Polizei
Österreich
Kaiser vs. Türkis-Blau
„Nicht besser, wenn es anderen schlechter geht“
Österreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.