"Causa Birnbacher"

Ermittlungen gegen FPK-Landesrat Dobernig eingeleitet

Österreich
26.07.2012 11:35
Die "Causa Birnbacher" sorgt weiter für Aufsehen: Gegen den Kärntner Finanzlandesrat Harald Dobernig (Bild), die Rechtsanwältin Astrid Wutte-Lang und drei Sachverständige wurden Ermittlungen eingeleitet, wie es am Donnerstag in einer Stellungnahme der Korruptionsstaatsanwaltschaft hieß. Bei Dobernig (FPK) und den Sachverständigen lautet der Verdacht auf Beitragstäterschaft zur Untreue, bei der Rechtsanwältin auf Geldwäsche. Zudem werde derzeit geprüft, ob gegen Dobernig und Landesrat Uwe Scheuch (ebenfalls FPK) Ermittlungen wegen des Verdachts der versuchten Geldwäsche aufgenommen werden.

Bei den nun eingeleiteten Ermittlungen gegen Dobernig geht es nicht um jene angebliche Geldforderung, von der Steuerberater Dietrich Birnbacher im Prozess am Mittwoch gesprochen hatte (siehe Infobox), sondern um einen Beitrag Dobernigs zur Untreuehandlung durch das Millionenhonorar beim Hypo-Verkauf. 

Millionen-Schaden durch Untreue
Dobernig war damals Sekretär des verstorbenen Landeshauptmannes Jörg Haider und saß im Aufsichtsrat der Landesholding. Laut aktueller Anklage der Staatsanwaltschaft Klagenfurt entstand der Kärntner Landesholding durch Untreuehandlungen ein Schaden von rund sechs Millionen Euro.

Angeklagt sind derzeit Ex-ÖVP-Chef Josef Martinz, Birnbacher sowie die Vorstände der Landesholding, Hans-Jörg Megymorez und Gert Xander.

Weitere Ermittlungen gegen Scheuch und Dobernig?
Da allerdings das erweiterte Geständnis Birnbachers am Mittwoch im Rahmen des Prozesses weitere Details im Zusammenhang mit dem Hypo-Verkauf ans Tageslicht brachte, wird nun zudem überprüft, ob gegen Dobernig und Scheuch auch Ermittlungen wegen des Verdachts der versuchten Geldwäsche aufgenommen werden, hieß es am Donnerstag vonseiten der Korruptionsstaatsanwaltschaft.

Der wegen Untreue angeklagte Birnbacher hatte gesagt, dass Scheuch und Dobernig nach Haiders Unfalltod 500.000 Euro von ihm gefordert hätten. Mit Haider und Martinz sei demnach ausgemacht gewesen, Birnbachers Millionenhonorar unter sich aufzuteilen. Je ein Drittel der ursprünglich zwölf Millionen sollte an die FPK, die ÖVP und an Birnbacher selbst gehen. Die Ausgangssumme wurde schließlich halbiert. Laut Birnbacher habe Dobernig ihm gegenüber erklärt, von einer Abmachung mit Haider über eine Million Euro zu wissen. Da das Honorar aber halbiert worden sei, hätten Dobernig und Scheuch schließlich 500.000 verlangt. Da Haider da aber schon tot gewesen sei, sei kein Geld geflossen.

Scheuch und Dobernig bestreiten Vorwürfe
Sowohl Scheuch als auch Dobernig bestreiten die Vorwürfe vehement. Über eine Aussendung ließen sie wissen, Birnbachers Aussagen seien "ein untauglicher Versuch, die Freiheitlichen in Kärnten und ihre Führungsspitze anzupatzen und zu beschädigen".

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Österreich
26.07.2012 11:35
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung