Günstigere Alternative

Schweiz: Ferien in der Jugendherberge

Reisen & Urlaub
17.01.2024 15:00

Die Schweizer „Jugis“ sind eine gute Alternative, um kostengünstig Urlaub bei unseren Nachbarn zu machen. Und längst nicht nur für Schulklassen die erste Wahl der Unterkunft. 

Erinnern Sie sich noch an Ihre Schulskikurse? An die Mehrbettzimmer mit Minimum zwei – meistens eher drei oder mehr – Stockbetten und Duschen am Gang? Fusseliger Bettwäsche, laute Speisesäle mit Bahnhofsflair, kulinarische Highlights nach dem Motto „Hauptsache, satt“, lauwarmen Früchtetee und so weiter. Und trotzdem waren die Skiwochen damals immer ein Erlebnis. Eines, das heute leider viel zu selten für die Schüler stattfindet. Aber das ist eine andere Geschichte.

Modern & kundenorientiert präsentieren sich die Schweizer Jugendherbergen. (Bild: Michel van Grondel)
Modern & kundenorientiert präsentieren sich die Schweizer Jugendherbergen.
(Bild: ThomasAndenmatten)

Jugendherbergen und Hostels gelten zwar seit jeher als Unterkünfte für eine gewisse Altersgruppe, aber die Türen stehen allen offen – es gibt kein Alterslimit. Mittlerweile haben sich diese auch stark verändert und das angestaubte Schullandheim-Image erfolgreich hinter sich gelassen. Komfortable Privatzimmer sind in vielen Betrieben ebenfalls buchbar, Mehrbettzimmer sind bei Sparfüchsen und größeren Gruppen natürlich immer noch willkommen.

INFOS

Vor 100 Jahren wurden der Verein der Schweizer Jugendherbergen gegründet - heute gibt es 49 Betriebe. Er ist eine Nonprofit-Organisation: Im Fokus steht der qualitätsbewusste, nachhaltige und preisgünstige Jugend- und Familientourismus. Das Bett im Mehrbettzimmer gibt es ab durchschnittlich CHF 45. Mit einem Jugendherbergs-Ausweis erhält man 7 Franken Ermäßigung pro ÜN (inkl. Frühstück).
Infos unter: www.youthhostel.ch 

WEITERE INFOS:
Flüge ab Wien u. a. mit Swiss: www.swiss.com
Schweiz allgemein: www.MySwitzerland.com/info
Saas-Fee: www.saas-fee.ch
Bern: www.bern.com

Dass Jugendherbergen auch nicht immer aus einem Guss sein müssen, zeigt sich besonders schön in der Schweiz. Die 49 „Jugis“, die Mehrheit davon gehört zur Schweizer Stiftung für Sozialtourismus, könnten unterschiedlicher nicht sein. Verstreut in der ganzen Schweiz sind sie zu finden und reichen von ländlichen romantischen Schlossherbergen, ehemaligen Sanatorien bis hin zu urbanen Design-Hostels. In den letzten Jahren hat die Stiftung auf den Ausbau ihres Top-Segments gesetzt, besonders in den Ski-Regionen.

Erschwinglicher Skiurlaub in den Schweizer Alpen
Da die Schweiz auch beim Skiurlaub ja nicht unbedingt als kostengünstiges Ziel bekannt ist, sind Jugendherbergen, die bei den Eidgenossen übrigens heuer ihr 100-Jahr-Jubiläum feiern, eine erschwingliche Alternative, die den Geldbeutel etwas schonender behandeln. Und so kann man auch einmal in den Genuss der imposanten Schweizer Bergwelt kommen, ohne sich komplett finanziell auszubluten. Denn beim Blick auf die Preise für Tagesskipässe erscheinen einem die österreichischen auf einmal wieder doch günstig.

Rustikaler Bergdorf-Charme in Saas-Fee: Die markanten Holzstadeln sind erhalten geblieben. Das Video zum Weihnachts-Ohrwurm „Last Christmas“ wurde hier gedreht. (Bild: mauritius images / Alamy Stock Photos / Helene ROCHE Photography)
Rustikaler Bergdorf-Charme in Saas-Fee: Die markanten Holzstadeln sind erhalten geblieben. Das Video zum Weihnachts-Ohrwurm „Last Christmas“ wurde hier gedreht.

Muffige Schlafsäle sucht man im wellnessHostel4000 in Saas-Fee am südlichsten Zipfel der Schweiz auch vergebens. Der sperrige Name nimmt natürlich Bezug auf die dreizehn 4000er-Berge, die alleine das Hostel hier im Kanton Wallis umgeben. Und auf den weltweit ersten Wellness- und Fitnessbereich in einem Hostel. Das ganze Saastal wird sogar von 18 Viertausendern flankiert.

Dieser beeindruckenden Berg- und Gletschervielfalt verdankt es auch seinen Tourismus. Der hier aber seit jeher schon auf eine nachhaltige Entwicklung zielt. Das autofreie Saas-Fee – am Dorfeingang befindet sich ein großer Parkplatz – hat sich seinen rustikalen Bergdorf-Charakter erhalten. Inklusive der markanten alten Holzstadeln, die im ganzen Ort unübersehbar sind. Früher Getreidespeicher, heute gerne auch Skidepots für die Gäste.

Schneesicherheit ist ein großer Anziehungspunkt für Saas-Fee. Ab November bis in den April hinein lässt es sich dem alpinen Winterurlaub frönen. Auch in der Jugendherberge mit 180 Betten am Ortseingang, wo die Einrichtung im Allgemeinen sehr modern, aber schlicht gehalten ist, klare Linien dominieren. „Zur Klientel zählen mittlerweile immer mehr Familien und ältere Reisende“, so Chantal Anthamatten, Leiterin des wellnessHostel4000.

(Bild: Diana Krulei)

„Unser ältester Gast war ein Japaner mit 94 Jahren. Er übernachtete immer im Mehrbettzimmer“, zerstreut sie aufkommende Bedenken ob der britischen Schulklasse, die sich gerade im Foyer für ihren Skitag bereit macht. Was einige ebenfalls in das Dorf lockt, ist ein Weihnachts-Ohrwurm: Das Video zu „Last Christmas“ von Wham! wurde hier gedreht. Ursprünglich stand Gstaad auf dem Programm, die Band musste aber aufgrund von Schneemangel nach Saas-Fee ausweichen. Für den Jeep im Video gab es eine Sondergenehmigung, da der Ort schon 1984 autofrei war.

Pioniere in Sachen Nachhaltigkeit Jugendherbergen gelten in der Schweiz in Sachen Nachhaltigkeit als Pioniere. Auch in Saas-Fee hat das 2014 eröffnete Hostel eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach und ist CO2-neutral. Es war der erste öffentliche Holzbau in der Schweiz. „Es wurden auch keine Importhölzer, sondern nur heimische Hölzer verwendet“, so Anthamatten.

Klein, aber fein und sehr abwechslungsreich: die Hauptstadt Bern (Bild: tanjakurt.ch)
Klein, aber fein und sehr abwechslungsreich: die Hauptstadt Bern
Empfehlenswert: Eine Führung durch die Zytglogge, den Zeitglockenturm  (Bild: Diana Krulei)
Empfehlenswert: Eine Führung durch die Zytglogge, den Zeitglockenturm 

Wesentlich älter ist die Jugendherberge in Bern. Das denkmalgeschützte Haus aus den 1950er-Jahren wurde 2007 von den Schweizer Jugendherbergen übernommen, renoviert und um einen Zubau erweitert. Auch hier setzt man auf viel Sichtbeton und spartanische, aber qualitativ hochwertige Einrichtung. Ein perfekter Ausgangspunkt, um die kleine, abwechslungsreiche Hauptstadt der Schweiz zu erkunden. Zu Fuß lässt sich das problemlos meistern, und dabei stolpert man im Museumsmekka Bern quasi von einem Museum ins andere.

Bevor man dann bei der Abreise sein „Päckli“ wieder schnürt. Denn eines ist bei dieser Form der Unterkunft bis heute geblieben: Die Bettwäsche, das Päckli eben, die man bei der Ankunft ausgehändigt bekommt, muss man selber abziehen.

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