Bittere Test-Bilanz

Gurtadapter für Schwangere gefährden das Baby!

Motor
28.11.2023 12:14

Gurtadapter für Schwangere werden damit beworben, ungeborene Babys besser zu schützen. Bei Crashversuchen erhöhten die vermeintlichen Hilfen jedoch das Verletzungsrisiko deutlich.

(Bild: kmm)

Seit einigen Jahren werden im Kfz-Zubehör sogenannte Gurtadapter mit dem Versprechen angeboten, bei Kfz-Unfällen das Verletzungsrisiko für ungeborene Kinder zu verringern. Der ADAC hat nun vier verschiedene Gurtadapter-Konzepte in der praktischen Nutzung und im Crashtest untersucht.

In Hinblick auf die Anschnallversuche mit schwangeren Probandinnen gab es noch ein versöhnliches Ergebnis. Obwohl das Anschnallprozedere mehr Mühen bereitete, würden die Teilnehmerinnen diese akzeptieren, sofern sich damit das Verletzungsrisiko verringern würde.

30 Prozent höhere Belastung
Doch Crashtestversuche offenbarten das Gegenteil. Statt das Verletzungsrisiko zu verringern, haben die Adapter die Belastung für Babys sogar erhöht. Die vermeintliche Zusatzsicherung verschlechterte die Umschlingung und somit die Rückhaltung des Beckens, was die Belastungen von Brust, Bauch und beim Becken um bis zu 30 Prozent erhöhte.

Zudem konnte keiner der getesteten Adapter den Belastungen standhalten. Haken und Schlösser aus Kunststoff und Metall zerbrachen und stellten ein zusätzliches Verletzungsrisiko dar. Schwangerengurte benötigen zudem 30 Zentimeter mehr Gurtband, weshalb der normale Gurt weniger eng anliegen konnte und sich die Dummies beim Crash entsprechend stärker nach vorne bewegten.

Der Klub rät deshalb dringend von der Verwendung von Gurtadaptern ab. Geprüft wurden Systeme mit Metallhaken, Kunststoffhaken, Gummizug mit Druckknöpfen sowie mit Zusatzgurt. Keine der vier Varianten konnte überzeugen. Der Systemvergleich hat vielmehr gezeigt, dass der richtig angelegte herkömmliche Dreipunktgurt nicht auf den Babybauch drückt und somit beim Unfall den besseren Schutz bietet und keine Gefahr für schwangere Frauen oder das ungeborene Baby bedeutet. Schwangeren empfiehlt der ADAC lediglich, den Beckengurt möglichst tief unter den Bauch zu legen und außerdem Jacken auszuziehen oder zumindest an der Hüfte nicht unter dem Gurt zu legen.

 krone.at
krone.at
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

(Bild: kmm)



Kostenlose Spiele