Bisher war es nur eine Vermutung, nun wurde der Verdacht bestätigt: Im bayerischen Alatsee unmittelbar an der Grenze zu Tirol ist die sogenannte Krebspest nachgewiesen worden. Unzählige Edelkrebse sollen bereits daran verendet sein. Um eine Ausbreitung zu verhindern, war der See bereits Ende September zur Sperrzone erklärt worden.
Ein Labor in Niedersachsen habe durch einen DNA-Test jetzt die bisherigen Untersuchungen bestätigt, erklärte der Leiter des zuständigen Wasserwirtschaftsamts Kempten, Karl Schindele. Die Stadt Füssen hatte bereits Ende September wegen des Verdachts den See, der nur einen Steinwurf entfernt vom Tiroler Außerfern liegt, für die Allgemeinheit gesperrt.
Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung
Grund für diese drastische Maßnahme: Die Sporen der Krebspest seien in der Lage, „bis zu 14 Tage im feuchten Milieu zu überdauern und sind dann noch infektiös. So kann durch menschliches Tun die Krebspest relativ leicht in benachbarte Gewässer mit einer Edelkrebspopulation verschleppt werden, die dann ebenfalls ausradiert werden würde.“
Jeglicher Kontakt mit dem Wasser ist zu unterbinden.
Stadt Füssen
Der Alatsee wurde deshalb zur Sperrzone erklärt. Aktivitäten wie Schwimmen, Fischen, Bootfahren und die Nutzung von Stand-Up-Paddles sind seit gut zwei Wochen verboten. Selbst Hunde dürfen nicht ins Wasser.
Zunächst sollten diese Maßnahmen bis 12. Oktober gelten. Weil die Krebspest nun offiziell bestätigt wurde, habe das Wasserwirtschaftsamt laut Schindele der Stadt nun empfohlen, die Maßnahmen zu verlängern.
Verendete Tiere werden eingesammelt
Die toten Krebse würden regelmäßig am Ufer eingesammelt und fachgerecht beseitigt. Nach Einschätzung von Experten werde die Krebspest durch nordamerikanische Krebsarten, die sich auch in Europa ausbreiten, begünstigt. Auch die EU habe inzwischen dieses Problem erkannt, berichtete die Stadt.
Der Alatsee auf 868 Metern Höhe zählt zu den bekanntesten Bergseen im Allgäu und ist aufgrund der Lage auch bei vielen Tirolern ein beliebtes Ausflugsziel.
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