Russe ausgeforscht

Helmkamera filmt Snowboard-Rowdy bei Pistenunfall

Tirol
03.02.2012 17:05
Eine Helmkamera ist einem russischen Snowboarder, der nach einem Skiunfall in Tirol Fahrerflucht begangen hatte, zum Verhängnis geworden. Der 26-Jährige war mit einem 58-jährigen Skifahrer aus Deutschland zusammengekracht und fuhr, ohne sich um den Verletzten zu kümmern, davon. Sein Pech: Der Sohn des 58-Jährigen zeichnete alles auf (siehe Video).

"Der Snowboarder ist kerzengerade auf mich zugeschossen", berichtete der Berliner Johannes Meißner (im Bild mit seinem 35-jährigen Sohn Dustin) der "Krone". Mit etwa Tempo 50 krachte der Pistenrowdy im Skigebiet Horberg in Schwendau in den Urlauber.

Ohne ein Wort davongefahren
Den Crash selbst sieht man auf den Aufzeichnungen zwar nicht, doch es ist zu erkennen, wie der Snowboarder mit hohem Tempo den die Helmkamera tragenden Sohn des 58-Jährigen in geringem Abstand passiert. Nur den Bruchteil einer Sekunde später kracht der russische Urlauber mit dem Berliner zusammen. Als sich Dustin umdreht, liegen beide Beteiligten bereits am Boden.

Ein paar Sekunden bleiben beide liegen, dann rappelt sich der junge Snowboarder auf und fährt davon, allerdings ohne seinen Unfallgegner oder dessen Begleiter anzusprechen und ohne seine Personaldaten anzugeben.

Offenbar dachte der 26-Jährige, dass auch seinem Kontrahenten nichts passiert sei. Kurze Zeit danach steht auch Johannes Meißner wieder auf seinen Skiern und fährt talwärts. Doch unverletzt ist der 58-Jährige nicht. Er erlitt Prellungen und Zerrungen an der Wirbelsäule sowie am Hals und an der Schulter sowie ein Schleudertrauma.

Kassiererin erkannte 26-Jährigen und hielt ihn hin
Das Pech des Rasers: Dustins Helmkamera zeichnete den Unfall auf, die deutsche Familie ging zur Polizei und erstattete Anzeige. "Wir haben die Standbilder aus dem Film per E-Mail an umliegende Skigebiete versendet", berichtet Alpinpolizist Wolfgang Köchler. Drei Tage nach dem Unfall war die "Nadel im Heuhaufen" gefunden: Eine Kassiererin am Hintertuxer Gletscher erkannte den Mann mit der weißen Skibrille und Mütze und verständigte die Polizei. Bis zum Eintreffen der Beamten hielt die Frau den 26-Jährigen hin.

Bei der Einvernahme gab der Russe laut Polizei sofort zu, an dem Skiunfall beteiligt gewesen zu sein. Es abzustreiten hätte ihm aber ohnehin nicht viel geholfen: Zusätzlich zu dem Videobeweis habe auch die Auswertung der Skikarte ergeben, dass der Mann zum Unfallzeitpunkt in besagtem Gebiet unterwegs gewesen sei. Er wurde angezeigt.

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