23.01.2012 15:10 |

Bauskandal in Wien

Totaler Pfusch bei Renovierung von Stadthallenbad

Wien erlebt den nächsten Bauskandal – bei der Generalsanierung des Stadthallenbades wurde offenbar derart gepfuscht, dass die Neueröffnung nun schon zum zweiten Mal verschoben werden muss. Diesmal ist es die Stadt selbst, die die Notbremse zieht. Die Holding als Eigentümer und das städtische Sportamt schalten nun Gericht und Kontrollamt ein. Wann es hier wieder einen Schwimmbetrieb geben wird, steht in den Sternen.

"Ich bin zuversichtlich, dass das Stadthallenbad bald wieder allen Wienern zur Verfügung stehen wird", erklärte der zuständige SPÖ-Stadtrat Christian Oxonitsch bei der Baustellen-Begehung Ende Dezember. Da war die Wiedereröffnung der vom genialen Stadtplaner Roland Rainer entworfenen und unter Denkmalschutz stehenden Sportstätte schon einmal verschoben worden. Und Oxonitsch freute sich wieder zu früh. Denn nun herrscht absoluter Baustopp.

Zwei Becken undicht, Badehydraulik defekt
Einen Anwalt beauftragte man bereits mit der Beweissicherung, zudem wurde das Kontrollamt verständigt. "Zwei der drei Becken sind definitiv undicht und die Badehydraulik ist auch defekt", berichtet Sportamt-Chefin Sandra Hofmann. Sie wird ab 1. Februar die neue Geschäftsführerin der Stadthalle und kennt die heikle Situation an ihrem künftigen Arbeitsplatz: "Aufgrund des Denkmalschutzes ist es ein schwieriges Projekt, aber die momentane Situation ist höchst unerfreulich und bedenklich. Das Bad in diesem Zustand aufzusperren, wäre verantwortungslos."

Schadenersatzforderungen nicht ausgeschlossen
Mängel nur provisorisch zu beheben, um die Wiedereröffnung im Februar halten zu können, sei keine Alternative. Sollten im Zuge der Untersuchungen Fehler der Generalplanung oder der ausführenden Firmen an die Oberfläche kommen, werde man entsprechende Schadenersatzforderungen stellen, so Hofmann.

Gravierende Folgen hat der Bauskandal auch für die Sportszene: Denn die heimischen Schwimmmeisterschaften müssen wegen des Ausfalls des Stadhallenbades ebenfalls verschoben werden – besonders bitter, weil gleichzeitig die Olympia-Qualifikation hätte stattfinden sollen.

Das 1974 in Betrieb gegangene Stadthallenbad in Rudolfsheim-Fünfhaus wird seit Mai 2010 generalsaniert. Neben einer gestalterischen Rückführung an die ursprünglichen Konzepte von Architekt Roland Rainer sollen auch Technik sowie Sanitär- und Wellnessbereiche auf den neuesten Stand gebracht werden. Außerdem entsteht ein neuer Eingang an der Hütteldorfer Straße. Ursprünglich hätte das Bad bereits im Herbst 2011 wieder aufsperren sollen.

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