"Walchi war die absolute Nummer eins", versuchte Kröll, die Relationen zurechtzurücken. Walchhofer hat 19 Weltcupsiege gefeiert, Kröll hat bisher gerade mal drei. Zwei davon in der Abfahrt.
"Ich werde alles geben"
Dass er der Mann mit den größten ÖSV-Aussichten auf die Zurückeroberung der Abfahrtskugel ist, braucht dem 1,86 Meter großen und 95 Kilogramm schweren Kraftpaket aus Öblarn natürlich niemand zu erklären. Walchofer hatte im Vorjahr bis zum letzten Rennen geführt, dann Kristall aber knapp an den Schweizer Didier Cuche abgeben müssen. "Wir werden alle dafür kämpfen. Auch mein großes Ziel ist heuer eine Kugel. Dafür werde ich alles geben", versprach Kröll.
Es gebe allerdings nicht nur den bald 40-jährigen Cuche als Gegner. "Einige starke Fahrer sind wieder zurück und am Anfang wird man zehn Kandidaten auf den Sieg haben. Erst später weiß man dann mehr", so Kröll. "Ich kann nur hoffen, dass wir wie im Vorjahr gleich einen guten Start hinlegen und am Ende die Kugel zurückholen."
Die internen Trainingsvergleiche und Zeiten im Sommer und Herbst wollte Kröll nicht kommentieren, lieber hielt er diplomatisch fest, "dass wir uns regelmäßig abgewechselt haben." Das Sommertraining zu interpretieren sei ohnehin so eine Sache. "Da ist noch keiner Weltmeister. Aber ich weiß, was zu tun ist und bewerte so etwas daher eher nicht. Denn wenn es dann zur Sache geht, schaut eh immer alles wieder ganz anders aus."
"Ich hoffe, wir pfeifen wieder"
Die Stimmung im Abfahrtsteam sei jedenfalls gut, versicherte Kröll, der als Steirer die kommende WM-Piste 2013 in Schladming natürlich gut kennt. "Ich bin da im Landeskader steirische Meisterschaften gefahren, komme öfter auch so hin zum Skifahren. Aber die Strecke hat sich und wird sich noch verändern", weiß Kröll knapp eineinhalb Jahre vor seiner Heim-WM.
Wichtiger sei aber die Gegenwart und die beginne spätestens am Samstag mit der Abfahrt in Lake Louise. "Ich hoffe, wir pfeifen wieder", spielte Kröll lachend auf das vermeintliche Speed-Geheimnis der österreichischen Rennanzüge vom Vorjahr an. Um dann zu gestehen: "Wir wissen doch selbst nicht, warum sie pfeifen. Wir stehen ja nicht am Pistenrand und hören uns selbst zu."
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