Hygiene im Spital

VR-Trainings sollen Keiminfektionen verhindern

Web
25.05.2023 09:21

5000 Patientinnen und Patienten sterben jährlich an in österreichischen Krankenhäusern erworbenen Infektionen, schätzt die Gesellschaft für Krankenhaushygiene. Ein Virtual-Reality-Training soll nun medizinischem Fachpersonal helfen, Hygienemaßnahmen besser zu verinnerlichen.

Initiiert wurde das Projekt von Michael Wagner, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde von der MedUni/AKH Wien, und Christoph Klaus, Genetiker und Geschäftsführer des Desinfektionsmittelherstellers Schülke & Mayr. Trotz der hohen Hygienestandards in Österreichs Spitälern zählen Wundinfektionen nach Operationen bzw. eine Sepsis mit Abstand zu den häufigsten Infektionen, die im Zuge einer medizinischen Maßnahme auftreten, wurde erläutert.

„Die Erreger stammen meistens von den Bakterien der Hautflora der Patientinnen und Patienten selbst und nehmen prinzipiell wichtige Schutzfunktionen wahr“, informierte Klaus. Bei einer Operation könnten sie aber in das Wundgebiet eindringen und für die Betroffenen Infektionen und damit verbundene Folgeoperationen, Schmerzen oder Arbeitsunfähigkeit bedeuten. „Schlimmstenfalls sind antibiotikaresistente Bakterien involviert“, betonte Klaus. Erreger können aber auch während jeder anderen Behandlungsmaßnahme übertragen werden.

Training in der virtuellen Realität
Gemeinsam mit dem Wiener VR-Unternehmen Soma Reality und unter Beteiligung der Forschungsförderungsgesellschaft wurden mehrere medizinische Module entwickelt, um Ärzte- und Pflegepersonal zu schulen. Die Trainings können auf handelsüblichen VR-Headsets installiert werden. „Wir haben derzeit drei Szenarien für das pädiatrische, neonatale und geburtshilfliche Umfeld entwickelt, in denen medizinisches Personal sowie Studierende wertvolles Feedback zu ihren Fähigkeiten und ihren individuellen Verbesserungsmöglichkeiten erhalten“, berichtete Wagner.

„Erste Durchläufe zeigen, dass die Schulungselemente die Patientensicherheit erhöhen, weil sie potenzielle Übertragungswege von Krankenhauserregern für handelnden Personen nachträglich sichtbar machen und damit erstmals die unmittelbaren Konsequenzen von unterlassenen Hygienemaßnahmen visualisieren“, sagte Klaus. Das Projekt sei im deutschsprachigen Raum einzigartig. In weiterführenden kontrollierten Studien sollen die tatsächlichen Auswirkungen sichtbar gemacht und zusätzliche Schulungselemente entwickelt werden.

 krone.at
krone.at
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.



Kostenlose Spiele