Prozess in Graz

Fußball-Wettskandal: Drahtzieher weiter abgetaucht

Steiermark
31.01.2023 16:10

Der Prozess um gigantischen Fußball-Wettbetrug wurde nach fünf Monaten in Graz fortgesetzt. Die Schlüsselperson ist nach wie vor wie vom Erdboden verschluckt. Ermittler korrigierten die Schadenssumme nach unten.

Ein langwieriges Nachspiel ziehen 19 Fußball-Matches aus dem Jahr 2019 nach sich: Bereits Anfang September letzten Jahres war in Graz der „Anpfiff“ für einen Mega-Prozess um einen weitreichenden Fall von Wettbetrug gefallen. Die Staatsanwaltschaft wirft 15 Spielern und Hintermännern vor, systematisch und im großen Stil Fußballspiele manipuliert und darauf gewettet zu haben. Vorwiegend geht es um Partien in der Regionalliga Ost, aber auch um einige Freundschaftsspiele - unter anderem in der Steiermark, weshalb der Fall in Graz landete.

Höhere Schadenssumme vermutet
Nach fast fünf Monaten wurde der Prozess am Dienstag fortgesetzt. Die Kriminalpolizei hat inzwischen im komplexen Netzwerk an Wettkonten und Geldflüssen weiter ermittelt, nachdem beim Verhandlungsauftakt der Verdacht aufgekommen war, dass die ursprünglich angenommene Schadenshöhe (rund 200.000 Euro) noch weit höher sein könnte.

Weiterer Angeklagter bekennt sich nicht schuldig
Von den ursprünglich 15 Angeklagten bleiben noch zehn übrig, der mutmaßliche Drahtzieher ist aber nach wie vor untergetaucht. Ein beim Prozessauftakt nicht erschienener Spieler sagte hingegen zum ersten Mal aus. Der 26-jährige Serbe bestreitet entgegen der Aussagen damaliger Mitspieler, an den Manipulationen beteiligt gewesen zu sein.

Wie er sich erkläre, dass die anderen ihn belasten, bohrte der Staatsanwalt nach: „Ich kann nur mutmaßen, dass sie vor jemandem, der über ihnen steht, Angst haben“, so der (Ex-)Kicker. 2000 Euro, die er einmal nach einem Spiel bekommen habe, seien Schulden gewesen, die ihm ein Kollege zurückbezahlt habe.

Ein Kripo-Beamter legte einen neuen Bericht vor, in dem der Schaden großteils nach unten korrigiert wurde. Teilweise seien Wettquoten falsch berechnet worden. Die weitreichenden Ermittlungen dürften aber noch nicht zu Ende sein. Am Mittwoch wird fortgesetzt.

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