Protest gegen ÖBB-Plan

Widerstand gegen den Ausbau der Südbahn wächst

Niederösterreich
18.11.2022 16:02

Ab 2034 soll die Südbahn zwischen Wien-Meidling und Mödling auf vier Gleisen verkehren. Doch der Widerstand gegen die Pläne der ÖBB wird größer - vor allem im Heurigenort Perchtoldsdorf.

Investitionen in den Öffi-Ausbau gelten angesichts der hohen Treibstoff-Preise und des Klimawandels als Gebot der Stunde. Gegen den viergleisigen Ausbau der Südbahn zwischen Wien-Meidling und Mödling – immerhin eine der am stärksten frequentierten Strecken im ÖBB-Netz – werden die Proteste aber immer lauter. Vor allem im Heurigenort Perchtoldsdorf, wo zusätzliche Wendegleise geplant sind.

Unterschriften gesammelt
Weil der Ausbau nicht nur in einem dichtverbauten Gebiet erfolgen soll, sondern auch wertvollen Naturraum zerstören würde, laufen Anrainer, FPÖ und Bürgerliste gegen das Projekt Sturm. 952 Unterschriften gegen den Ausbau wurden bereits in der Gemeinde gesammelt.

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Man möchte mehr Pendler auf die Südbahn bringen, aber es gibt entlang der Strecke nicht einmal Platz für neue P&R-Anlagen.

Robert Lugar, FPÖ-Gemeinderat

„Es geht um Alternativen“
„Es geht uns nicht darum, öffentlichen Verkehr zu verhindern. Aber es muss sinnvollere Alternativen geben“, betont etwa Ex-Nationalrat Robert Lugar (FPÖ), der auch eine parlamentarische Anfrage an Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) in die Wege geleitet hat. „In der Beantwortung wurde klar, dass es nur eine einzige Studie zum Ausbau gibt – und die betrifft nur den Abschnitt Meidling-Liesing in Wien“, kritisiert Lugar. Ein dringend notwendiges Gesamtkonzept gebe es aber nicht. Laut dem Freiheitlichen wäre es besser, andere Strecken – wie die parallel zu Südbahn verlaufende Aspangbahn – aufzuwerten: „Man muss den öffentlichen Verkehr breiter anlegen und nicht eine einzige Linie noch mehr verdichten. Dadurch könnte man auch andere Regionen viel besser an das Öffi-Netz anbinden.“

„Nur, weil ihnen die Grundstücke gehören...“
Auch Bürgerlisten-Gemeinderätin Gabriele Wladyka ist überzeugt, dass die kolportierten 1,2 Milliarden Euro anders besser investiert wären. „Leider wird nicht einmal der Versuch unternommen, bestehende Strukturen besser zu nützen. Stattdessen will die ÖBB ausbauen, einfach weil ihr die Grundstücke gehören.“

Mit einem Dringlichkeitsantrag in der nächsten Gemeinderatssitzung hofft Wladyka auch auf Unterstützung der anderen Parteien. Doch diese stehen dem Ausbau großteils positiver gegenüber...

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