„Schlaumeier“ gerügt

Hoeneß-Wut-Anruf live im TV: Katar verteidigt

Fußball International
26.09.2022 06:43

Gewieft machte er einen „König der Scheinheiligen“ in der Runde ausfindig, schimpfte inbrünstig gegen „Schlaumeier“ und verurteilte hörbar genervt „die ewige Stichelei“. Es ist wieder einmal passiert: Uli Hoeneß, inzwischen (zumindest offiziell) pensionierter Bayern-Präsident, platzte der Kragen und ließ seinem Ärger - eben wieder einmal - live im TV, in der Sport1-Kultsendung „Doppelpass“, freien Lauf. Tenor: Mit der Ausrichtung der WM werde die Lage in Katar besser, nicht schlechter.

WM-Gastgeber Katar und sein Welt- und Menschenbild - seit Monaten, ja Jahren ein Dauerbrenner in der medialen Berichterstattung. Auch beim „Doppelpass“ ging es am Sonntag wieder einmal darum, ob die Entscheidung, die WM ebendort auszutragen, eine gute gewesen sei. Unter anderem in der Talk-Runde: Ex-Bundesliga-Geschäftsführer Andreas Rettig. Er kritisierte die Bedingungen, die Arbeiter in Katar vorfinden, und so nebenbei auch den Werbevertrag des FC Bayern mit dem Wüstenstaat.

„Besser, nicht schlechter!“
Uli Hoeneß war offenbar aufmerksamer Konsument vorm Bildschirm. Und Rettigs Ausführungen brachten sein Blut merkbar in Wallungen. Der kultige Ex-Bayern-Macher fühlte sich bemüßigt, zum Hörer zu greifen und live auf Sendung Dampf abzulassen. Rettig, den „König der Scheinheiligen“, fragte er, „ob er denn jetzt irgendwann im Winter nicht mehr so warm duscht, ob er sich mal Gedanken gemacht hat zu dem Gas, das wir aus Katar beziehen oder zum Öl, das wir vielleicht aus Saudi Arabien beziehen werden, was ich nicht so gut fände“. Eines sei, sagte Hoeneß, „jetzt schon sicher: Die WM und auch das Engagement des FC Bayern (...) in der Golf-Region wird dazu führen, dass die Arbeitsbedingungen für die Arbeiter dort besser werden, und nicht schlechter.“ Hoeneß weiter: „Ich habe noch nie in solchen Sendungen etwas gehört von Dubai, Kuwait, Al-Ain, Schardscha - es wird nur über Katar diskutiert. Und das einzige Land, in dem es wirklich besser wird, weil diese Diskussion stattfindet, das ist Katar.“ Das müsse „sich der Herr Rettig mal überlegen.“ Denn: „Dieses ewige Sticheln“ stoße ihm sauer auf.

Rettig „nicht überrascht“
Rettig, laut Hoeneß ein „unglaublich katastrophal“ argumentierender „Schlaumeier“, beeindruckten Hoeneß‘ Argumente (erwartungsgemäß) nur sehr bedingt. „Es überrascht mich nicht, dass Sie als Botschafter von Katar so argumentieren, Herr Hoeneß“, konterte Rettig: „Sie sind ja seit Jahren verbunden mit dem Hause. Dass Sie da pro domo sprechen, überrascht jetzt nicht.“ Man solle sich nicht von der „Propaganda, die über Katar transportiert wird, blenden lassen“. Er empfehle Hoeneß, die Quellen, „die Sie anzapfen, breiter aufzustellen“. Es sei unbestritten, dass „Tausende von Arbeitern gestorben sind“. Es sei eben nicht alles in Ordnung, so Rettig. Die von Hoeneß genannten Beispiele seien außerdem deswegen „nicht zielführend, weil die halt keine WM ausgetragen haben“.

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