
Henry Kissinger gilt als Urgestein strategischer Außenpolitik. Der deutsche Ex-US-Außenminister, der bereits lebte, als Lenin noch auf der Welt war, setzte mehrere Friedens-Meilensteine: die Rüstungsbegrenzung zwischen den USA und der Sowjetunion in den 70er-Jahren; die Beilegung des Konfliktes zwischen Israel und Palästina; der Friedensvertrag im Vietnamkrieg, für den er 1973 den Nobelpreis erhielt.
Der knallharte Realist nimmt sich kein Blatt vor den Mund. Erst recht nicht im 100. Lebensjahr: So hatte er beim Wirtschaftsforum in Davos der Ukraine empfohlen, Gebiete an Russland abzutreten, um einen Frieden möglich zu machen. Eine demütigende Niederlage Putins nämlich würde die Stabilität in Europa langfristig gefährden.
De facto hat Kissinger recht. Wenngleich es wohl nicht einmal nennenswerte territoriale Zugeständnisse benötigt. Womöglich reicht es schon, wenn sich die Ukraine - wie einst Österreich 1955 - der Neutralität verpflichtet und der NATO-Osterweiterung eine Grenze setzt.
Es hat sich auch diese Woche gezeigt, dass Waffenlieferungen und Sanktionen nur dazu führen, dass ein in die Ecke getriebener Machtmensch den Gashahn wieder zudreht und nach neuen Verbündeten sucht. Der britische Ex-General Sir Barrons schließt selbst den Einsatz taktischer Atomwaffen nicht mehr aus. Das muss verhindert werden. Mit allen Mitteln.
Wie sagt doch Kissinger: Man müsse aufpassen, nicht in einen dritten Weltkrieg schlafzuwandeln.
Christian Baha (Gastkommentar)









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