13.07.2022 09:32 |

Mehr Fehler möglich

Flugchaos: Piloten warnen vor Sicherheitsrisiken

Der momentan besonders hohe Stress im Flugbetrieb gefährdet nach Ansicht des europäischen Pilotenverbandes ECA die Sicherheit im Luftverkehr. Steigende Arbeitsbelastung des Cockpitpersonals und Schwachstellen im Flugbetrieb aufgrund des Personalmangels erhöhten das Risiko von Fehlern.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

„Wenn sich die Fehler häufen, kann das am Ende zu ernsten Vorfällen, zu Unfällen führen“, warnte die Technik-Fachfrau der ECA, Tanja Harter. Überstunden mit Arbeitstagen von zwölf Stunden und der Verzicht auf Freizeit stünden an der Tagesordnung.

Verzögerungen und Tausende Flugstreichungen
An Flughäfen in Deutschland und Europa kommt es derzeit zu langen Warteschlangen, Verzögerungen und Tausenden Flugstreichungen. Grund ist vor allem ein Personalmangel - verstärkt bei den Bodendienstleistern, aber auch in der gesamten Luftfahrt. Die Branche hat eingeräumt, in der Pandemie mitunter zu viel gespart und ein zu ehrgeiziges Flugprogramm für den Sommer geplant zu haben.

Viele Ex-Piloten sind nun Ingenieure
Ein solcher Weckruf der Behörde wäre aber nur ein erster Schritt, so ECA-Direktor Paul Reuter, der wie seine Kollegin Harter aktiver Pilot ist. Das System sei schon vor der Corona-Krise höchst angespannt gewesen und jetzt überstrapaziert. Nach Erkenntnissen der ECA verloren während der Pandemie 18.000 Flugzeuglenker in Europa ihren Job - rund ein Drittel aller in diesem Bereich Tätigen. Auf Bemühungen von Airlines, sie zurückzuholen, gingen nicht alle ein, da sie etwa als Ingenieure andere attraktive Jobs gefunden hätten.

„Glamour reicht nicht aus“
Nicht nur die Bodendienste an den Flughäfen seien personell ausgeblutet, sondern auch die Crews. „Der Glamour reicht nicht aus, die negativen Folgen auszubügeln. Wir sehen eine Menge Leute gehen.“ Neben dem aktuell besonders großen Stress liege das auch an schon länger verschlechterten Arbeitsbedingungen für Piloten, die nicht mehr alle mit Sozialleistungen fest angestellt werden, sondern zur Selbstständigkeit gezwungen seien.

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Donnerstag, 11. August 2022
Wetter Symbol