29.06.2022 19:56 |

Bürgerwehr Wegen ihm

Rabiater Tschetschene (14) muss ins Gefängnis

Er attackierte und bedrohte immer wieder Schüler. Sein junges Alter bewahrte ihn bislang vor der Justiz. Damit ist nun Schluss.
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Sie gehen noch in die Schule – zumindest auf dem Papier.“ Richterin Bettina Maxones-Kurkowski konnte sich einen kleinen Seitenhieb in Richtung des Angeklagten nicht verkneifen. Ein Klassenzimmer von innen hat der 14-jährige Tschetschene tatsächlich schon länger nicht mehr gesehen. Seit mehreren Monaten sitzt er in U-Haft. Zu schwer wogen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft beim Prozess am Mittwoch.

Zusammen mit zwei weiteren mitangeklagten Jugendlichen soll er andere Schüler in Salzburg mehrfach attackiert und mit dem Tod bedroht haben. Einem Opfer verpassten sie laut Anklage eine Ohrfeige, ein weiteres kassierte Schläge. Das Trio erbeutete demnach teure Kopfhörer. Der 14-Jährige verletzte einen Jugendlichen mit einem Elektroschocker. „Bei einer Anzeige steche ich dich ab“, bekam eines der Opfer zu hören.

Kurios: Vor Gericht gab der junge Tschetschene zu Protokoll, bereits 8000 Euro Schulden zu haben. Wie das? „Das meiste sind Verwaltungsstrafen wegen illegalen Waffenbesitzes“, sagte der 14-Jährige mit eiserner Miene.

Richterin schmiss „Fans“ aus dem Saal
Knapp 20 Jugendliche begleiteten den Tschetschenen zu seinem Prozess. Auf Antrag seines Verteidigers fand die Verhandlung wenige Minuten nach Beginn unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die „Fans“ mussten daraufhin den Gerichtssaal verlassen.

Der 14-Jährige war bislang nicht vorbestraft – einzig sein junges Alter bewahrte ihn vor der Justiz. Mit anderen Jugendlichen überfiel er im vergangenen Herbst mehrere Schüler. Zum Tatzeitpunkt war er 13 Jahre alt und somit strafunmündig. Besorgte Eltern gründeten damals gar eine Bürgerwehr – die „Krone“ berichtete.

Das Trio bekannte sich teilweise schuldig. Der Tschetschene fasste 18 Monate Haft aus, sechs Monate davon unbedingt. Teilbedingte Haft setzte es auch für einen seiner Komplizen. Der dritte Angeklagte kam mit einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe davon. Zwei der Urteile sind schon rechtskräftig.

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