30.06.2022 07:01 |

Mit GoPro-Actioncam

Mini-Satellit liefert erstes 4K-Selfie aus dem All

Mit dem laut eigenen Angaben ersten Satelliten-Selfie in 4K-Auflösung liefert der Mini-Satelliten-Hersteller NanoAvionics einen beeindruckenden Blick auf die Erde. Aufgenommen wurden die Aufnahmen mit einer handelsüblichen Actioncam, was dem Unternehmen nach völlig neue Möglichkeiten für künftige Missionen im All eröffnet.

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Die 12-Megapixel-Fotos und 4K-Videoclips, die mit einer GoPro Hero 7 aufgenommen wurden, zeigen den Mikrosatelliten MP42 des Unternehmens, der 550 Kilometer über dem Korallenmeer und dem Great Barrier Reef entlang des nordöstlichen Randes Australiens fliegt. „Der Grund für die Aufnahme des Fotos und des Videoclips mit dem Great Barrier Reef im Hintergrund war teilweise symbolisch. Wir wollten die Verwundbarkeit unseres Planeten und die Bedeutung der Erdbeobachtung durch Satelliten hervorheben, insbesondere für die Überwachung von Umwelt- und Klimaveränderungen“, so Vytenis J. Buzas, Mitbegründer und CEO von NanoAvionics, in einer Mitteilung.

Für die handelsübliche Actioncam des US-Herstellers GoPro entschied sich das Unternehmen demnach, „weil typische Weltraumkameras nicht über eine ausreichende Auflösung verfügen, kostspielig sind, eine monatelange Entwicklungszeit benötigen und nicht immer einen beeindruckenden Blick auf die Erde bieten“. Um die Kamera im Weltraum betreiben zu können, mussten Ingenieure des Unternehmens allerdings ein maßgeschneidertes Gehäuse für die Elektronik sowie einen speziellen Selfie-Stick fertigen. Die Elektronik zur Kamerasteuerung sowie eine spezielle Software für die Kommunikation mit den Satellitensystemen wurden ebenfalls eigens entwickelt.

Weitere Verwendungszwecke
Das Unternehmen geht davon aus, dass es in Zukunft weitere Verwendungszwecke für Live- und aufgezeichnetes Satellitenmaterial geben wird. „Neben dem Empfang von Telemetriedaten und technischen Berichten ist der Zugriff auf Live-Bilder und -Videos des Satelliten nützlich, um die Entfaltung von Antennen und anderen Strukturen visuell zu bestätigen und um Fehler zu erkennen. Der Vergleich von Selfie-Bildern im Laufe der Zeit kann auch die Erkennung visueller Hinweise auf eine mögliche Abnutzung von Materialien oder Mikrometeoriteneinschläge ermöglichen.“

Fotos und Videos von Satelliten, die unseren Planeten umkreisen, könnten zudem mehr Aufmerksamkeit erregen und dazu beitragen, „dass mehr Menschen und Organisationen die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, bildungspolitischen und ökologischen Vorteile erkennen, die Satelliten bieten“, so Buzas. „Es könnte auch mehr Menschen dazu inspirieren, eine Karriere in der schnell wachsenden Raumfahrtindustrie anzustreben.“

„Raumfahrt immer alltäglicher“
Der NanoAvionics-CEO bezeichnete es als „weit verbreiteten Irrglauben“, dass die Raumfahrt nur Regierungen und ausgewählte Unternehmen zugänglich sei. „Die Wahrheit ist, dass die Raumfahrt dank der gesunkenen Startkosten und der zunehmenden Beliebtheit, Fähigkeiten und Anwendungsmöglichkeiten kleiner Satellitenkonstellationen immer alltäglicher wird. Satelliten in niedrigen Erdumlaufbahnen können ausgelaufene Chemikalien, illegale Fischerei, Waldbrände und das Wachstum von Pflanzen aufspüren und überwachen sowie gefährdete Tiere aufspüren und letztlich retten“, so Buzas.

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