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Die neuen alten Tricks der Internet-Betrüger

Web
29.05.2022 12:34

Das Netz als Tummelplatz von Kriminellen. Jeder dritte Österreicher ist laut Statistik bereits Opfer von Online-Verbrechern geworden. Zudem setzen die Banden auch bei uns beim Geldwaschen immer stärker auf Kryptowährung.

Während aktuell das Land Kärnten von Hackern erpresst wird, müssen auch PayPal-Nutzer in der Alpenrepublik aufpassen: Die Betrüger versuchen mit einer raffinierten Falle an sensible Daten und Geld zu kommen. In einem auf den ersten Blick täuschend echt aussehenden E-Mail wird angegeben, dass eine Aktion für das PayPal-Konto nötig ist.

Aktuell kursieren in ganz Österreich gefälschte PayPal-E-Mails, bei denen Verbrecher Daten und Geld einkassieren wollen. Auch gefälschte Online-Shops dienen als Falle. (Bild: Screenshot)
Aktuell kursieren in ganz Österreich gefälschte PayPal-E-Mails, bei denen Verbrecher Daten und Geld einkassieren wollen. Auch gefälschte Online-Shops dienen als Falle.

Viele Menschen in Österreich nutzen dieses Online-Bezahlservice, das Lock-Schreiben ist im originalgetreu wirkenden Design des Zahlungsanbieters gehalten. Potenzielle Opfer werden darin aufgefordert, wie sonst auch bei der Nutzung des Angebotes, ihre Daten einzugeben. Die Profi-Betrüger gaukeln dabei vor, einem Link zu folgen, um das Konto wieder freizuschalten.

Auch am Handy alle Transaktionen prüfen
Vor allem für jene, die das Service womöglich gerne unterwegs am Handy nutzen, wirkt erst einmal nichts ungewöhnlich. Doch bei genauerem Hinsehen ist deutlich erkenntlich, dass zum einen bei „Aktion fur Ihr PayPal-Konto erforderlich“ die Umlautzeichen fehlen und zum anderen auch die Internetadresse nicht die des börsennotierten Betreibers des Online-Bezahldienstes ist.

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Sollte ein vermeintliches PayPal-Mail erhalten werden, auch immer im eigenen Dashboard kontrollieren, ob dort auch eine Nachricht eingelangt ist. Ist das nicht der Fall, ist es mit Sicherheit kein offizielles Mail.

Cybercrime-Experte Erhard Friessnik

„Sollte ein vermeintliches PayPal-Mail erhalten werden, auch immer im eigenen Dashboard kontrollieren, ob dort auch eine Nachricht eingelangt ist. Ist das nicht der Fall, ist es mit Sicherheit kein offizielles Mail“, betont der heimische Cybercrime-Experte Erhard Friessnik (siehe Interview unten). Deshalb gilt: E-Mail ignorieren und sofort löschen. Für diejenigen, die in die hinterhältige Falle getappt sind: PayPal-Passwörter ändern und sich an den Kreditkartenanbieter und die Hausbank wenden!

Augen auf beim Online-Shopping
Doch nicht nur mit den neuen alten Tricks sind Internet-Betrüger derzeit unterwegs. Auch mit sogenannten Fake-Shops versuchen Kriminelle Fallen zu stellen, um an sensible Kreditkartendaten zu kommen. Dabei wird zum Beispiel vorgegaukelt, teure Fahrräder viel günstiger als handelsüblich erwerben zu können.

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Kommt einem etwas seltsam vor, die Hände davon lassen und keine Daten eingeben oder auf Links klicken.

Cybercrime-Experte Erhard Friessnik

Auch hier gilt die Faustregel: „Kommt einem etwas seltsam vor, die Hände davon lassen und keine Daten eingeben oder auf Links klicken.“ Friessnik weiter: „In der Internetadresse sind auch oftmals Indizien, die für sichere oder unsichere Zahlungsmodalitäten stehen. Ein Shop, in dessen Adresse das S bei https:// nicht vorkommt, verzichtet bei der Verbindung auf verschlüsselten Datenaustausch.“ Dabei können persönliche Daten abgefangen werden.

Kryptowährungen beliebt bei den Geldwäschern
Aus dem aktuellen Jahresbericht der österreichischen Geldwäschemeldestelle (A-FIU) geht indes hervor, dass Banden 2021 stark auf Kryptowährungen bei der Geldwäsche gesetzt haben. Die Zahl der Verdachtsmeldungen von Krypto-Handelsplattformen stieg von 44 auf 250!

Im vergangenen Jahr wurden exakt 15.484 Straftaten bezüglich Cybercrime angezeigt. Das entspricht einer Steigerung von 19,9 Prozent im Vergleich zum Jahr 2020. (Bild: thinkstockphotos.de)
Im vergangenen Jahr wurden exakt 15.484 Straftaten bezüglich Cybercrime angezeigt. Das entspricht einer Steigerung von 19,9 Prozent im Vergleich zum Jahr 2020.

Interview: „Prepaid-Karten für den Online-Einkauf!“
Erhard Friessnik, der Leiter des heimischen Cybercrime-Competence-Center (C4) im Bundeskriminalamt, kämpft gegen Online-Verbrechen. Den „Krone“-Lesern verrät er, wie sie sich vor Betrügereien im Internet schützen können.

Krone: Herr Friessnik, was empfehlen Sie als Leiter des heimischen Cybercrime-Competence-Center (C4), beim Einkaufen im Internet zu beachten?
Erhard Friessnik: Prinzipiell gilt es, sich mit dem Shop, bei dem etwas eingekauft werden soll, auseinanderzusetzen. Sollten Preise verdächtig billig sein oder es kein gültiges Impressum geben, bitte auf keinen Fall einen Kauf tätigen.

Was sind weitere Kriterien, die stutzig machen?
Sollte es nur die Möglichkeit einer Kreditkartenzahlung geben, ist das auch ein Indiz für einen möglichen Fake-Shop. Ein Transaktionsservice wie PayPal ist hingegen oft ein gutes Zeichen.

Erhard Friessnik, Leiter des heimischen Cybercrime-Competence-Center (C4) im Bundeskriminalamt, kämpft gegen Online-Verbrechen. (Bild: BK)
Erhard Friessnik, Leiter des heimischen Cybercrime-Competence-Center (C4) im Bundeskriminalamt, kämpft gegen Online-Verbrechen.

Aktuell versuchen Betrüger via E-Mail, PayPal-Fallen zu stellen. Worauf muss hier geachtet werden?
Auf keinen Fall einen Link aus einem Mail anklicken. Sollte ein vermeintliches PayPal-Mail erhalten werden, immer im eigenen Dashboard kontrollieren, ob dort auch eine Nachricht eingelangt ist. Sollte das nicht der Fall sein, ist es mit Sicherheit kein offizielles Mail.

Was gilt es beim Kauf mit Kreditkarte zu beherzigen?
Am sichersten ist es, Einkäufe im Internet mit einer Prepaid-Kreditkarte zu tätigen.

Was tun, wenn ich meine Daten bei einer Betrüger-Seite angegeben habe?
Die Karte sofort sperren lassen und Anzeige bei der Polizei erstatten!

Daten & Fakten

  • Sechs von zehn heimischen Handelsunternehmen sind von Hackern & Co. im Vorjahr heimgesucht worden.
  • Auch Verbraucher sind immer wieder im Visier der Cyber-Kriminellen bei Online-Zahlungen, Datendiebstahl, Infizierung von Daten mit Computerviren oder auch Hackerangriffen.
  • Bei Fake-Shops werden teure Produkte günstigst angeboten. Doch diese gibt es gar nicht!
  • Wer in die Falle tappt und seine Kreditkartendaten an falscher Stelle eingegeben hat: Karte sofort sperren lassen und Anzeige erstatten.
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