Messerattacke in Linz

„Da hat wirklich der Himmel Regie geführt“

Oberösterreich
26.05.2022 08:00

„Dass die Frau noch lebt, verdankt sie mehreren Schutzengeln“, Landespolizeidirektor Andreas Pilsl schlägt jene Zeugen, die in Linz einer Syrerin (41) zu Hilfe kamen, als ihr Mann (52) im Blutrausch über ihr stand und mit einem Stanley-Messer auf sie einstach, für eine Auszeichnung durch den Bundespräsidenten vor.

Darunter eine Krankenschwester, die dem Syrer „ins Kreuz sprang“ und Abt Reinhold Dessl, der am Tatort an der B 129 vorbeigekommen und stehen geblieben war - siehe Interview weiter unten. „Weil Helfer mit dem Messer bedroht wurden, wird wegen Mordversuchs und gefährlicher Drohung ermittelt“, erklärt Staatsanwältin Ulrike Breiteneder.

Stich prallte am Kehlkopf ab
Dass die 42-Jährige noch lebt, ist ein Wunder. Der zweite Stich prallte am Kehlkopf ab, ging bis zur Wirbelsäule durch. Die Zwillinge (11) des Paars waren zum Tatzeitpunkt daheim. Das Motiv: Ihr Mann, der sich an die Tat nicht erinnern will, wollte das Handy sehen, weil die Frau mit einem anderen Mann schrieb.

Interview mit einem der Lebensretter, dem Abt des Stifts Wilhering:

„Krone“: Herr Abt, am Montag sind Sie zufällig Zeuge einer Bluttat in Linz geworden. Was ist passiert?
Abt Reinhold Dessl: Ich dachte zuerst, es sei eine Rauferei, dann hab’ ich gesehen, wie der Mann immer wieder auf die Frau eingestochen hat.

Was haben Sie dann gemacht?
Ich bin gleich aus dem Auto, wie auch einige andere Zeugen auch, und habe versucht, den Mann von der Frau wegzubekommen. Er hat aber immer mit dem Messer gedroht. Die große Heldin war eine Passantin, die den Mann mit Tritten und Schlägen vertrieben hat und so die Frau wohl gerettet hat.

Wie ging es dann weiter?
Da hat wirklich der Himmel Regie geführt, denn es ist dann zufällig ein Rettungsauto vorbeigekommen. Wir haben es angehalten, die Sanitäter haben die Polizei verständigt, die schnell da war und den Mann, der keinen Widerstand leistete, festgenommen hat. Fast gleichzeitig ist ein Arzt vorbeigekommen, der die Frau sofort versorgt hat. Sie war sehr schwer verletzt, hat viel Blut verloren.

Haben Sie gezögert oder Angst gehabt?
Ich habe reflexartig reagiert, gar nicht lange nachgedacht. Und es ist dann alles so schnell gegangen.

Fühlen Sie sich als Held?
Nein. Die wahre Heldin war, wie gesagt die Frau (Anmerkung: Es handelt sich um eine Krankenschwester, die anonym bleiben will), die so unglaublich mutig war und den Mann vertrieben hat.

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